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Pflegesystem unterbesetzt

Krankenkassen reden über Mängel, aber nicht über Personal / Volksbegehren in Berlin

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Berlin. In der Pflege läuft nicht alles ganz schlecht, aber mit mehr Personal könnte vieles deutlich verbessert werden - diesen Schluss kann man aus dem am Donnerstag vorgestellten Qualitätsbericht des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen und ihres Medizinischen Diensts (MDS) für 2016 ziehen. Denn obwohl die Versorgung durch Heime und ambulante Dienste nach Ansicht der Krankenkassenexperten grundsätzlich gut läuft, gibt es in einigen Bereichen offensichtliche Verbesserungsmöglichkeiten.

Demnach gibt es vor allem »Mängel« bei der Versorgung von Wunden und wundgelegenen Patienten. Auch die Vorbeugung sogenannter Druckgeschwüre durch langes Liegen läuft weiter nicht optimal. Peter Pick, Geschäftsführer des MDS, erklärte, bei jedem vierten Pflegebedürftigen erfolge die Wundversorgung nicht nach aktuellem Wissensstand. Deshalb müsse die Personalausstattung verbessert werden. Zudem könnten viele Maßnahmen im Tagesbetrieb besser umgesetzt werden.

Ausführungen zum Personalmangel in Pflegeeinrichtungen fehlen im Bericht allerdings vollständig. Dabei geht etwa die Gewerkschaft ver.di davon aus, dass es bundesweit rund 70 000 Pfleger und Pflegerinnen zu wenig gibt. In den laufenden Koalitionsverhandlungen einigten sich Union und SPD jedoch gerade mal darauf, 8000 neue Stellen zu schaffen.

Um bei diesem und anderen Notständen Abhilfe zu schaffen, starteten Beschäftigte aus dem Krankenpflege- und Pflegebereich in Berlin am Donnerstag ein Volksbegehren. 20 000 Unterschriften wollen das »Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus« und ver.di in sechs Monaten sammeln. »Wenn der Gesetzgeber nicht handelt, tun wir es selbst«, sagte Sprecherin Lucy Redler. Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) kündigte eine Bundesratsinitiative Berlins an. grg Seiten 4, 6 und 11

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