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Keine Drei-Klassen-Medizin

Simon Poelchau über die geplante Liberalisierung der Telemedizin

  • Von Simon Poelchau
  • Lesedauer: 1 Min.

Viel wird über den Nutzen geredet, den die Digitalisierung bringen kann. Der Ausschuss der Bundesärztekammer für Telemedizin will einen solchen Bereich entdeckt haben und spricht sich für eine Öffnung des Fernbehandlungsverbots aus, damit Ärzte künftig online behandeln können.

Der Vorschlag hört sich erst mal ganz vernünftig an. Schließlich gibt es vor allem auf dem Land immer weniger Ärzte. Dass man da nicht wegen jeder kleinen Erkältung eine Dreiviertelstunde zur Praxis fahren will, ist eigentlich verständlich. Immerhin wittern auch schon findige Startups eine Chance für gute Gewinne und in den USA ist der Internetriese Google bereits dick im Geschäft mit der Telemedizin. Doch spätestens bei der Frage des Arztes »Wo drückt’s denn?« sollten jedem Zweifel kommen, ob eine Diagnose via Videochat tatsächlich eine so gute Idee ist. Schließlich kann der Hausarzt im Chat nicht mal schnell den Bauch abtasten oder mit dem Stethoskop abhorchen, wie schlimm der Husten ist.

So entpuppt sich die Idee mit der Telemedizin vor allem als Versuch, aus einer Zwei-Klassen-Medizin eine Drei-Klassen-Medizin aus privat-, gesetzlich Versicherten und Telepatienten zu machen. Und das zu einem Zeitpunkt, da diskutiert wird, ob die Privilegien der Privatpatienten gegenüber den gesetzlichen nicht endlich abgeschafft gehören.

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