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Das IOC bleibt hart, Russland wütend

Trotz des positiven Urteils vom Sportgerichtshof werden 15 russische Athleten nicht zu Olympia eingeladen

  • Von Dominik Kortus und Nikolaj Stobbe, Pyeongchang
  • Lesedauer: 3 Min.

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Das Internationale Olympische Komitee (IOC) bleibt hart, der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) begrüßte die klare Linie: Die 15 russischen Athleten und Trainer, deren lebenslange Olympiasperren vom Internationalen Sportgerichtshof CAS aufgehoben worden sind, erhalten keine Einladung für die Olympischen Winterspiele ab Freitag in Pyeongchang. Wahrscheinlich fällt die endgültige Entscheidung wieder vor dem CAS.

»Das ist eine gute Nachricht, dass das IOC trotz des CAS-Urteils nach neuerlicher Prüfung bei seiner Entscheidung bleibt und die russischen Athleten, die am betrügerischen System in Sotschi beteiligt waren, nicht zu den Olympischen Spielen in Pyeongchang einlädt«, sagte Dirk Schimmelpfennig, Chef de Mission im deutschen Team. Er sieht durch den Schritt wichtige Voraussetzungen des Fairplay bei den 23. Winterspielen gewahrt. »Für die Chancengleichheit aller Athletinnen und Athleten sowie einen konsequenten internationalen Antidopingkampf ist es ein gutes und wichtiges Signal«, sagte der Vorstand Leistungssport im DOSB.

Zuvor hatte das IOC den 15 Russen weiter die Rote Karte gezeigt und sich dabei auf die Expertise des IOC-Prüfausschusses unter der Leitung der früheren französischen Sportministerin Valerie Fourneyron gestützt. Das Panel hatte jeden Fall noch einmal individuell überprüft und sich letztendlich einstimmig gegen Einladungen für die 15 Russen ausgesprochen. »Das Gremium hat erneut großartige Arbeit geleistet«, sagte IOC-Präsident Thomas Bach, der betonte, dass die Fälle anonym bearbeitet worden seien. Dies mache die Entscheidungen so wertvoll, die zuständigen Kommissionen hätten »gewissenhaft und auf gleiche und faire Weise für alle Athleten« gearbeitet.

Ein Grund für die klare Haltung der Kommission seien zusätzliche Informationen gewesen, die das Gremium erhalten habe und die für weitere Zweifel an der Integrität der Sportler gesorgt hätten. Dazu gehörten auch die Informationen aus der Datenbank des Moskauer Kontrolllabors, die im vergangenen November in die Hände der Welt-Antidoping-Agentur gelangt war.

Insgesamt hatte der CAS am Donnerstag die lebenslangen Olympiasperren von 28 russischen Wintersportlern wegen Verstößen gegen die Antidoping-Richtlinien bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi 2014 aufgehoben. 13 von ihnen sind aber nicht mehr aktiv und kommen deshalb für einen Start in Pyeongchang nicht in Frage.

Es liegt nun an Russland, ob abermals vor dem CAS geklagt wird. »Das ist ein Schlag gegen die Olympische Bewegung und gegen das Recht«, meinte bder Kreml-Abgeordnete Pawel Krascheninnikow am Montag im Parlament. Russlands Sportminister Pawel Kolobkow sagte, dass die Sportler und ihre Anwälte untersuchten, ob es in letzter Minute doch noch Rechtsmittel gegen den Ausschluss gebe.

Der CAS hatte sich mit seinem Urteil den Ärger des IOC zugezogen. »Wir haben einige Sorgen über die Qualität dieser Entscheidung«, sagte Bach und brachte die Notwendigkeit von internen Reformen im höchsten internationalen Sportgericht ins Spiel: »Wir dürfen nicht in eine Situation kommen, dass der CAS seine Glaubwürdigkeit bei den Sportlern verliert.« Am Montag betonte der Sportgerichtshof, die Urteilsbegründungen in den Fällen der 39 nicht mehr lebenslang für Olympia gesperrten Russen »so schnell wie möglich« zu veröffentlichen. Dass es bislang noch keine detaillierte Ausführung gibt, hatte Bach am Sonntag als »unbefriedigende Situation« bezeichnet. SID/nd

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