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  • Talfahrt an der Wall Street

US-Börsencrash sorgt für globalen Kursrutsch

New Yorker Leitindex sackt um 4,6 Prozent ab / Auch deutsche Aktien verlieren an Wert

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Ein Händler überwacht in einer Maklerfirma Aktienkurse. Ein massiver Kurssturz an der Wall Street hat nur Stunden später die Börsen in Asien und Australien nach unten gezogen.
Ein Händler überwacht in einer Maklerfirma Aktienkurse. Ein massiver Kurssturz an der Wall Street hat nur Stunden später die Börsen in Asien und Australien nach unten gezogen.

Es war ein Schwarzer Montag an der Börse in New York. Die Aktienkurse rauschten nach unten, der US-Leitindex Dow Jones schloss mit einem Minus von 4,6 Prozent. Die Börsenpanik setzte sich wenige Stunden später in anderen Weltregionen fort: Der japanische Nikkei sackte um 4,7 Prozent nach unten, in Australien gaben die Börsen um 3,5 Prozent nach, der Deutsche Aktienindex (DAX) verlor bis zum Dienstagnachmittag rund 2,4 Prozent an Wert.

Der erste Börsencrash nach dem Zweiten Weltkrieg am 19. Oktober 1987 war noch weitaus dramatischer. An diesem Schwarzen Montag verlor der Dow Jones mit 22,6 Prozent mehr als ein Fünftel seines Wertes. Der jetzige Kursrutsch ist der heftigste seit 2011.

Als Grund für die panikartigen Verkäufe gilt die Finanz- und Geldpolitik von US-Präsident Donald Trump. Am Montag wurde Jerome Powell als neuer Chef der US-Notenbank Fed ernannt. Dieser könnte wie von Trump gewünscht die Leitzinsen schneller anheben als es seine Vorgängerin Janet Yellen vermutlich getan hätte. Dies würde Kredite für Unternehmen teurer machen und Aktien für Anleger unattraktiver. Gleichzeitig sehen Ökonomen Trumps Steuersenkungen für Reiche als eine weitere Ursache, da diese zu neuen öffentlichen Schulden führen. So will sich Trumps Regierung mit 955 Milliarden Dollar fast doppelt so viel leihen wie letztes Jahr.

Im Weißen Haus reagierte man gelassen auf den Kursrutsch. Der Fokus von Präsident Trump liege auf den langfristigen wirtschaftlichen Fundamentaldaten, die weiterhin »außergewöhnlich stark« seien, erklärte seine Sprecherin Sarah Sanders.

Doch Experten warnen schon seit längerem vor größeren Risiken auf den Finanzmärkten - und zwar nicht nur linke Ökonomen. »Es fühlt sich ein bisschen an wie 2006, als wir uns alle fragten, ob wir nicht das Problem von (immer wieder auftretenden) Wirtschaftskrisen gelöst haben«, sagte etwa der Chef der britischen Barclays-Bank laut »Handelsblatt« Ende Januar auf dem Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos. Auch der Internationale Währungsfonds warnte dort, dass die lange Zeit der Niedrigzinsen zum Anwachsen »ernsthafter« Risiken auf den Finanzmärkten geführt habe.

So stieg der Kurs des US-Aktienindexes Dow Jones im vergangenen Jahr um rund ein Drittel, beim DAX war es knapp ein Fünftel. Manche Beobachter sehen deswegen im jetzigen Rutsch eine Kurskorrektur. Ein Ökonom, der aufgrund der guten US-Arbeitsmarktlage nicht ganz so pessimistisch ist, ist der Nobelpreisträger Paul Krugman. Doch auch er erklärte in der »New York Times« mit Blick auf eine mögliche neue Krise: »Seien Sie beruhigt, dass wir für diesen Fall die schlimmsten Personen am Drücker haben.« Und zwar im Weißen Haus.

PYEONGCHANG 2018

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