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Aufklären, ohne zu verteufeln

Martin Kröger über Folgen aus der neuen Drogenstudie

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Drogenkonsum ist unter jungen Erwachsenen, die in Berlin feiern gehen, verbreitet. Um zu dieser Erkenntnis zu gelangen, hätte der Senat sicher nicht 19 000 Euro für eine Studie aufwenden müssen. Schließlich ist das Phänomen seit Jahren gut bekannt und für geübte Augen auch häufig im Stadtbild sichtbar. Oder haben Sie sich noch nie gefragt, warum sich eine Gruppe junger Menschen derart fröhlich auf dem Grünstreifen einer vierspurigen Ausfallstraße herumfläzt?

Doch auch wenn die nun vorgelegte Untersuchung aufgrund fehlender Vergleichbarkeit und Repräsentativität wenig Neues vorzubringen hat, ist es dennoch richtig, dass sich politisch in diesem Feld etwas tut. Weg von der wenig wirksamen Repression hin zu mehr Prävention und Aufklärung. Dass Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) dieses Fazit aus der Studie mitnimmt, ist begrüßenswert. Drogenkonsum muss enttabuisiert werden, nur so können Risiken minimiert und Gefahren bekannt gemacht werden. Nur etwas zu verteufeln, bringt dagegen gar nichts - dass hat die hauptsächlich repressive Politik des Vorgängersenats gezeigt.

Wie bitter nötig Aufklärung tut, zeigt unterdessen der Blick auf die Statistik der Drogentoten: 146 Menschen starben 2017 nach dem Konsum von Drogen in Berlin. Im Jahr 2016 waren es noch 131. Damit gibt es nach Jahren des Rückgangs wieder einen starken Anstieg zu verzeichnen. Experten sagen, dass es in Wirklichkeit wohl noch viel mehr Drogentote gibt, da die Polizei Ärzten wegen des Datenschutzes heutzutage gar nicht mehr alle Daten zur Verfügung stellt.

Ein Umschwung zu einer liberalen Drogenpolitik ist also nicht nur dringend geboten, sondern es war auch ein politisches Versprechen, das im Koalitionsvertrag steht. Rot-Rot-Grün muss bei diesem Thema deshalb mehr liefern als nur einen Modellversuch beim Drug-Checking.

ndLive 2018

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