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Keine Warenhaus AG für Deutschland

Kaufhof-Eigner wollen immer noch keine Übernahme des Konzerns durch Karstadt-Besitzer

  • Von Thomas Kaufner und Erich Reimann
  • Lesedauer: 3 Min.
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Ein Verbund von Kaufhof und Karstadt unter einem Dach ist wieder einmal vom Tisch. Der kanadische Warenhauskonzern Hudson’s Bay Company (HBC) will Kaufhof nicht an den österreichischen Karstadt-Eigentümer Signa verkaufen. Der HBC-Aufsichtsrat lehnte ein entsprechendes Signa-Angebot einstimmig ab. Darauf habe Signa die Offerte zurückgezogen, teilte HBC am Mittwoch in Toronto mit. Der HBC-Interimschef Richard Baker bezeichnete Kaufhof erneut als ein Kernstück der Unternehmensstrategie der Kanadier.

Die Aufsichtsräte befanden, dass das Signa-Angebot nicht im Interesse der HBC-Aktionäre sei. Es liege zum einen beträchtlich unter dem eigentlichen Wert des deutschen Geschäftes und damit verbundener Immobilien. Zum anderen äußerte das Gremium weiterhin Zweifel an der Finanzierung des Angebots, das - wie schon im November - weiter als »unerbeten« bezeichnet wird.

Zuvor hatte schon Kaufhof-Chef Roland Neuwald das Signa-Angebot als wenig hilfreich zur Lösung der Probleme der Warenhauskette bezeichnet: »Ich sehe nicht, dass dadurch ein besseres Geschäftsmodell entsteht. Unsere größten Konkurrenten sind die Amazons und Zalandos dieser Welt«, sagte er der »Bild« (Donnerstag).

Die Signa-Holding des Investors René Benko hatte nach früheren dpa-Informationen rund drei Milliarden Euro für das deutsche Warenhausgeschäft von Kaufhof und andere Immobilien geboten. Der Löwenanteil des Kaufpreises dürfte dabei nicht auf die Warenhauskette, sondern auf die Immobilien in wertvollen Innenstadtlagen entfallen. Der kanadische Kaufhof-Eigentümer HBC hatte 2015 die Warenhauskette der Metro für 2,8 Milliarden Euro abgekauft. Schon damals hatte Signa auch für Kaufhof den Finger gehoben, unterlag aber im Bieterrennen gegen HBC.

Beim Deutschen Städte- und Gemeindebund sorgt das Scheitern der Pläne unterdessen für Erleichterung. »Wir sehen das positiv«, sagte der Städtebauexperte des Verbandes, Norbert Portz. Das Vorhaben hätte vermutlich zur Schließung etlicher Warenhäuser geführt, ist Portz überzeugt. Und massive Auswirkungen auf Städte: »Die Warenhäuser sind die Flaggschiffe unserer Innenstädte - mit einer Ausstrahlung weit über den Handel hinaus.« Das Wegbrechen dieser Häuser könne gerade in strukturschwachen Gemeinden das Veröden forcieren.

HBC steckt allerdings ebenso wie Kaufhof in der Krise. Im Herbst hatten sich die Kanadier von ihrem Chef Jerry Storch getrennt. Derweil will Kaufhof bis 2020 rund 400 der 1600 Arbeitsplätze in der Kölner Zentrale streichen. Der Stellenabbau solle sozialverträglich erfolgen, kündigte der Konzern an.

Neuwald sagte dem »Kölner Stadt-Anzeiger«, ein Personalabbau sei unumgänglich. Das Unternehmen brauche eine wettbewerbsfähige Kostenstruktur. Derzeit seien die Kosten noch viel höher als bei den Wettbewerbern. Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte der Handelsriese angekündigt, mit ver.di über einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung verhandeln zu wollen. Das Unternehmen erhofft sich durch Zugeständnisse der Mitarbeiter eine »finanzielle Atempause«. Doch gab es keine Fortschritte in diese Richtung.

Neuwald warnte wohl auch deshalb im Gespräch mit »Bild«: Sollte ver.di beim Tarifvertrag für die 21 000 Beschäftigten nicht zu Einschnitten bei Lohn, Urlaubs- und Weihnachtsgeld bereit sein, seien weitere Jobs in Gefahr. »Dann müssen wir auf Sicht über Jobabbau in den Filialen sprechen. Wir brauchen die wirtschaftliche Atempause, um wieder Wasser unter den Kiel zu bekommen«, zitierte das Blatt den Manager. Neuwald betonte, bei des Sanierungsbemühungen müsse jeder einen Beitrag leisten: der Eigentümer, die Manager, die Mitarbeiter und auch die Lieferanten in Form von Preisnachlässen. dpa/nd

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