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Hilfreicher Stopp von Holzexporten

Hoffnungsschimmer für Überleben der Stumpfnasenaffen in Myanmar.

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Na also, geht doch. Schutzmaßnahmen für die extrem seltenen und vom Aussterben bedrohten Stumpfnasenaffen in Myanmar zeigen erste Wirkung. »Die Ausweisung von Schutzgebieten sowie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung haben die Chancen, dass der Myanmar-Stumpfnasenaffe vor dem Aussterben bewahrt wird, drastisch verbessert«, freut sich Frank Momberg, Direktor des Myanmar-Programms der britischen Naturschutzorganisation Fauna & Flora International (FFI).

Noch hoffnungsvoller stimmt dabei die Schnelligkeit des Schutzes der Stumpfnasenaffen, die erst 2010 von Ngwe Lwin, einem Wissenschaftler der FFI, entdeckt worden waren. Bis dato war Wissenschaftlern die Existenz von Stumpfnasenaffen in Myanmar unbekannt.

Die neue Affenart unterscheidet sich anhand von Fellfarbe und Schädelform von den bis dahin vier bekannten Stumpfnasenaffen in anderen Regionen Chinas sowie in Vietnam. 2012 erbrachte Christian Roos, Wissenschaftler in der Abteilung für Primatengenetik des Deutschen Primatenzentrums (DPZ), den Nachweis, dass sich der Myanmar-Stumpfnasenaffe (Rhinopithecus strykeri) auch genetisch von den vier verwandten Arten unterscheidet.

Nur noch rund 400 Stumpfnasenaffen, die eine der weltweit am stärksten gefährdeten Primatenarten sind, leben in den Wäldern im Grenzgebiet des östlichen Himalaja zwischen Kachin in Myanmar und der angrenzenden chinesischen Provinz Yunnan. Das hat die im Januar 2018 veröffentlichte Bestandsaufnahme von Experten des DPZ, von FFI sowie Wissenschaftlern aus Myanmar und China ergeben.

»Unser Bericht bestätigt, dass der Status der Stumpfnasenaffen zwar aufgrund ihrer fragmentierten, kleinen Population und der anhaltenden Bedrohungen kritisch bleibt, dass aber Aktionen von Gemeinden, Regierungen und Nichtregierungsorganisationen zu einer erheblichen Verbesserung der Aussichten für diese Art geführt haben«, fasst Roos die Ergebnisse der Untersuchung zusammen.

Die Entdeckung der Stumpfnasenaffen in Kachin war unter Primatenexperten eine Sensation, wie sich Thomas Geissmann erinnert. Der Gibbonexperte vom Anthropologischen Institut der Universität Zürich wollte vor einigen Jahren auf einer Expedition in Kachin eine Bestandsaufnahme der Hoolock-Gibbons durchführen. »Seit den Aktivitäten britischer Naturkundler in den 1930er Jahren war diese Region aus politischen Gründen nicht zugänglich.« Jäger hätten ihm von Affen mit aufgekippten Nasen erzählt. »Die Beschreibung passte auf Stumpfnasenaffen, die es aber eigentlich dort nicht geben dürfte. Die nächste bekannte Stumpfnasenaffenpopulation lebte nämlich eigentlich zwei Flüsse - Salween und Mekong - weiter weg in Yunnan«, erzählt Geissmann.

Kachin ist immer noch eine Konfliktregion. Die Armee von Myanmar und ethnische Milizen wie die Kachin Independence Army führen einen erbitterten Krieg. »Das Verbreitungsgebiet der Stumpfnasenaffen liegt aber in einem friedlichen Gebiet. Das wird von der National Democratic Army of Kachin kontrolliert, die im Rahmen eines Waffenstillstandsabkommens in die Grenzpolizei integriert wurde«, erläutert Momberg gegenüber »nd«.

Das Hauptproblem für das Überleben der Stumpfnasenaffen habe vielmehr im grenzüberschreitenden illegalen Holzeinschlag sowie im Wildtierhandel chinesischer Firmen und Händler gelegen. Die Zusammenarbeit mit den Behörden in Myanmar und China sei zunächst schwierig gewesen, so Momberg, habe sich aber seit dem Verbot des Holzexports durch Myanmar und die Schließung der Grenze für Holzexporte aus Myanmar durch die chinesische Regierung »deutlich verbessert«.

Zudem habe der Stopp des Baus des Myitsone-Staudamms der chinesischen Firma China Power Investment Corporation durch die Regierung von Myanmar den Druck auf das Stumpfnasenaffengebiet reduziert, so Momberg. »Während der Bauphase wurden Erschließungsstraßen für den illegalen Holzeinschlag und Wildtierhandel genutzt.« Eine große Gefahr für die seltenen Primaten sei aber noch nicht im Griff. »Der illegale Wildtierhandel ist schwieriger zu kontrollieren und immer noch ein Problem.«

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