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Gelbes Edelmetall auf Achterbahnkurs

Gold als Geldanlage

  • Von Hermannus Pfeiffer
  • Lesedauer: 4 Min.
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Schätze in den Banktresoren
Schätze in den Banktresoren

Gold gehört zu den Gewinnern der vergangenen Jahre. Nirgends ist die Nachfrage nach dem gelben Edelmetall so groß wie in Deutschland. Doch selbst in Ländern wie der Türkei oder Indien, wo es zur Aussteuer auf vielen Hochzeitfeiern gehört und traditionell als Wertanlage fürs Alter gilt, wird inzwischen weit weniger Gold nachgefragt als zwischen Rostock und München.

Die Lust der Deutschen am Luxus wird sich auszahlen. Davon ist laut Umfrage einer Hamburger Zeitung jeder dritte Verbraucher überzeugt: »Welche Geldanlage bringt aus heutiger Sicht nach drei Jahren den höchsten Gewinn?«, wurde gefragt. 33 Prozent der Befragten nannten Gold.

Was nur wenigen Goldkäufern bewusst ist: Sie begeben sich auf ein rutschiges (Börsen-)Parkett, wenn sie in Gold als Geldanlage investieren. Gold wird nämlich nicht allein physisch, also gewissermaßen in echt, sondern ebenso virtuell gehandelt.

Zwei Marktplätze dominieren: New York und London

Zwei Marktplätze dominieren das weltweite Geschäft: die Börse Comex in New York und der ungeregelte Markt in London. Die in London und New York gehandelten »Future-Kontrakte« ermöglichen es, Gold zu einem festgelegten Zeitpunkt in der Zukunft (engl. Future) - zumeist wenige Monate - zu einem vereinbarten Preis zu kaufen oder zu verkaufen.

»Die ursprüngliche Funktion dieser Terminmärkte war es, den Marktteilnehmern Absicherungsgeschäfte zu ermöglichen«, erklärt Sönke Mißfeld vom Edelmetallhändler Ophirum in Frankfurt am Main. Dadurch könne ein Minenbetreiber seine noch nicht geförderte Produktion vorab zu einem festen Kurs verkaufen und sich gegen fallende Preise absichern.

Auf der anderen Seite können Schmuckhersteller oder Prägeanstalten, die Gold beispielsweise zu Barren verarbeiten, ihren zukünftigen Rohstoffbedarf schon vor der Produktion zu festen Konditionen einkaufen. So weit, so nützlich.

Doch Händler weisen auf Verzerrungen durch Banken wie UBS, JP Morgen oder Deutsche Bank hin. Und auch Hedgefonds sollen im spekulativen Spiel an den Goldbörsen eine wichtige Rolle spielen. Diese Akteure schließen an den Future-Märkten ihre Wetten auf fallende oder steigende Goldpreise ab.

Letztlich werden solche Deals aber nicht in Gold, sondern in bar abgewickelt. Sie beeinflussen allerdings die Preise für echtes Gold erheblich!

Mißfeld spricht von »immensen Auswüchsen der Spekulation« durch solche Leerverkäufe (»leer«, weil ja kein physisches Gold gehandelt wird). Dabei ist es den Marktteilnehmern erlaubt, beliebige Mengen an »Papiergold« zum Verkauf anzubieten - ohne auch nur eine einzige Unze zu besitzen. Sie müssen lediglich eine vergleichsweise kleine Sicherheitsleistung auf einem Konto der Börse hinterlegen. Aktuell sollen dies bei der Comex rund 4 Prozent sein. 2016 erreichte das virtuelle Handelsvolumen allein in New York 180 000 Tonnen - was der gesamten jemals geförderten Goldmenge entspricht.

Durch das Papiergold werde das echte Gold tendenziell entwertet, warnt der Experte Mißfeld. Die legale Spekulation sehen reelle Händler wie er als Manipulation an. Gold beziehe seinen inneren Wert aus einer natürlichen Knappheit. Dass an den beiden wichtigsten Märkten auf dem Papier in nahezu beliebigen Mengen Gold aus dem Nichts erschaffen und zum Verkauf angeboten werden kann, sei ein Widerspruch in sich.

Wer auf Goldbergen sitzt

Kritiker wie Mißfeld bewerten dies zudem als Beleg dafür, dass weder die beteiligten Staaten noch die großen Zentralbanken ein Interesse an einer fairen, also realwirtschaftlichen Goldpreisbildung haben. Die sitzen seit den 1950er Jahren auf riesigen Bergen an Gold und können über die Börsen auf die Preise Einfluss nehmen (da sie kaum Gold verkaufen dürfen, können Zentralbanken zumindest zeitweilig ein Interesse an tendenziell niedrigen Goldpreisen haben).

Gold als Geldanlage hat noch weitere Tücken parat, die Sparer bedenken sollten. So dürfte das Jahr 2017 für viele Goldanleger sehr irritierend gewesen sein. Während die Fachpresse einen hohen Wertzuwachs feiert, merken manche Käufer in Deutschland davon kaum etwas: Wer am Jahresanfang gekauft und am Jahresende verkauft hat, dürfte kaum eine Veränderung im Preis bemerkt haben.

Auch der Dollar spielt eine Rolle

Grund hierfür ist der Umstand, dass Gold international in US-Dollar notiert wird, aber Münzen und Barren hierzulande üblicherweise in Euro bezahlt werden müssen. Daraus ergibt sich für Edelmetallkäufer eine maßgebliche Abhängigkeit von dem Wechselkursverhältnis zwischen Euro und Dollar. Ist der Euro relativ stark, bekommt man mehr Dollar für den Euro und damit auch mehr Gold - und umgekehrt. 2017 hat der Dollarkurs den Gewinn weitgehend zunichte gemacht.

So steht für Anleger in der Eurozone im Jahr 2017 unterm Strich ein Minus von 1,6 Prozent. Und die Ausschläge sind mittelfristig extrem: 2010 hatte Gold ein Plus von sagenhaften 39 Prozent zu bieten - drei Jahre später stand ein Minus von 31 Prozent zu Buche.

Wer auf diesem Achterbahnkurs mitfahren möchte, sollte allerdings nur einen ganz kleinen Teil seiner langfristigen Ersparnisse in Gold anlegen. Um sicher vor Betrügern zu sein - damit sind Fälscher gemeint, auch die gibt es im milliardenschweren Goldgeschäft -, sollten Sie Barren und Münzen bei Banken, Sparkassen und professionellen Edelmetallhändlern kaufen, die für die Echtheit garantieren.

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