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»Haben wir etwa Olympia gewonnen?«

Kikkan Randall und Jessica Diggins sichern sich im Teamsprint das erste US-Langlaufgold bei Winterspielen

  • Von Oliver Kern, Pyeongchang
  • Lesedauer: 3 Min.
»Als ich mit dem Langlauf anfing, hatten wir nicht mal genug Frauen zusammen, um eine Staffel aufzustellen. Wir freuten uns über jede Platzierung unter den besten 30. Und jetzt stehen wir ganz oben.« Skiläuferin Kikkan Randall dachte am Höhepunkt ihrer Karriere an deren Anfänge zurück, und die liegen bei der 35-jährigen US-Amerikanerin mittlerweile fast 20 Jahre zurück. Seitdem hat sich viel verändert im US-Langlauf. Einzelkämpferin ist Randall schon lange nicht mehr. Dafür aber jetzt Olympiasiegerin im Teamsprint.

Gemeinsam mit Jessica Diggins bezwang sie am Mittwoch in einem spannenden Dreikampf die favorisierten Mannschaften aus Schweden und Norwegen. In dem Wettkampf, in dem der norwegische Langlaufstar Marit Björgen mit Gold zur erfolgreichsten Winterolympionikin der Geschichte hätte aufsteigen können, schrieben Randall und Diggins lieber selbst Geschichte mit dem ersten US-Langlaufgold.

Bronze war dennoch Björgens 14. olympische Medaille. Damit hat sie nun eine mehr als ihr Landsmann Ole Einar Björndalen. »Eine goldene fehlt aber noch zu ihm«, gab Björgen zu, dass die Niederlage doch ein wenig schmerzte, auch wenn sie sich über jede Medaille freue. Sie selbst hatte Randall nicht abschütteln können und Partnerin Maiken Caspersen Falla konnte Diggins im Schlussspurt nicht mehr halten. Die deutsche Mannschaft mit der offenbar doch noch nicht genesenen Nicole Fessel und Sandra Ringwald wurde Letzte.

Randall und Björgen verbindet einiges. Beide hatten 2002 in Randalls Geburtsort Salt Lake City ihre olympischen Premieren gefeiert, für beide werden die Spiele von Pyeongchang die letzten sein. Dazwischen aber verliefen ihre Wege sehr unterschiedlich. Björgen wurde bald zur Dominatorin des Skilanglaufs, während Randall immer wieder zusehen musste, wie andere die Medaillen gewannen. Mit Diggins aber fand sie irgendwann eine junge endschnelle Partnerin, mit der speziell im Teamsprint einiges zu holen war. Das hatte der überraschende Weltmeistertitel 2013 in Val die Fiemme erstmals gezeigt. »Seitdem wussten wir, dass es möglich war. Es muss nur an einem bestimmten Tag alles klappen«, sagte Randall.

Ihre neun Jahre jüngere Partnerin Diggins konnte zunächst gar nicht glauben, was die beiden da vollbracht hatten. »Haben wir gerade etwa die Olympischen Spiele gewonnen?«, habe sie Randall nach dem Überqueren der Ziellinie gefragt. Ein gebrülltes »Yeah!« brachte dann offenbar die Gewissheit.

Langlauf ist in den USA noch immer kein Trend. Weltcuprennen werden nur im Pay-TV übertragen, und auch erst seit dieser Saison. Das aber war schon Ergebnis der jüngsten Erfolge von Randall und Co. »Diese Medaille jetzt mit Kikkan zu teilen, ist ganz speziell. Sie war schon mein Vorbild, als ich noch nicht mal in der Nationalmannschaft war. Ihretwegen kommen gerade ganz viele Junge nach, die bei Junioren-Weltmeisterschaften reihenweise Medaillen gewinnen«, setzte Diggins zur Lobrede an. »Ich wusste, dass wird wohl unser letztes gemeinsames Rennen. Da dachte ich: Lass uns was richtig Großes daraus machen!«

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