Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Arbeitsmarkt trotzt der Kälte

Insgesamt dennoch 3,5 Millionen ohne Job

Nürnberg. Trotz des strengen Frostes ist die von der Bundesagentur für Arbeit (BA) erfasste Zahl der Erwerbslosen im Februar deutlich stärker gesunken als in den Vorjahren. Mit offiziell 2,546 Million Jobsuchern rutschte die Arbeitslosigkeit auf den niedrigsten Stand seit der Wende, erklärte die BA am Mittwoch. Das seien 24 000 Jobsucher weniger als im Januar und sogar 216 000 weniger als vor einem Jahr. Die Quote ging im Februar um 0,1 Punkte auf 5,7 Prozent zurück.

BA-Chef Detlef Scheele lobte denn auch erwartungsgemäß die robuste Verfassung des deutschen Arbeitsmarktes - auch als Folge der kräftigen Konjunktur. Von einer Abschwächung geht er nicht aus, im Laufe des Jahres könnte demnach die Zahl Erwerbslosen bis auf 2,1 Millionen sinken. Voraussetzung seien ein starker Frühjahrs- und Herbstaufschwung. Die Zwei-Millionen-Grenze werde aber nicht unterschritten, so Scheele.

Allerdings verschweigt die BA bei ihren Erfolgsrechnungen eine große Zahl Arbeitsloser, die aus verschiedenen Gründen nicht in der Statistik auftauchen. Darauf weist die Linksfraktion im Bundestag in ihrer monatlichen Zählung der echten Arbeitslosigkeit hin. So werden Kranke, Ein-Euro-Jobber oder Menschen, die an Weiterbildungen teilnehmen, nicht als arbeitslos gezählt. Auch ein Großteil der Über-58-Jährigen erscheint nicht in der Statistik. Werden Erwerbslose von privaten Arbeitsvermittlern betreut, gelten sie ebenfalls nicht mehr als arbeitslos.

Zählt man all diese Arbeitssuchenden zu den Arbeitslosenzahlen hinzu, gab es im Februar 3,514 Millionen Jobsucher - rund 970 000 mehr als von der BA veröffentlicht. Indes sei auch dieser Wert gegenüber Januar um 32 000 gesunken, sagte Scheele.

Bei den Geflüchteten scheint derweil der längere Anstieg der Arbeitslosenzahlen erst einmal gestoppt. Inzwischen pendelt sich die Zahl der erwerbslosen Flüchtlinge nach Zahlen vom Dezember bei knapp 180 000 ein. Zusammen mit jenen, die Integrations- und berufliche Förderkurse absolvieren, waren im Dezember knapp 480 000 Flüchtlinge auf Arbeitssuche. Allerdings fänden immer mehr von ihnen eine Arbeit: Die Zahl der Zuwanderer aus den Hauptherkunftsländern der Geflüchteten lag im Dezember bei 209 000. Das sind 60 Prozent mehr als im Vorjahr. dpa/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln