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»an.schläge« vor ungewisser Zukunft

Wiener Zeitschrift feiert 35-jähriges Jubiläum - und fürchtet unter Schwarz-Blau um die öffentliche Finanzierung

  • Von Samuela Nickel
  • Lesedauer: 2 Min.

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In diesem Jahr feiert das österreichische Magazin »an.schläge« 35-jähriges Jubiläum. Es gibt Grund zu feiern: Laut der Tageszeitung »Standard« verzeichnet die feministische Zeitschrift seit Jahren steigende Abozahlen. Die finanzielle Lage des Kollektivs bleibt aber prekär.

Gegründet wurde »an.schläge« 1983 in Wien. Bis heute schafft es feministische Gegenöffentlichkeit – im Fokus stehen sozialer Protest, Politik von unten, »Körper, Sex und Selbstbestimmung« oder die Entwicklungen der neuen Arbeitswelt. Die Zeitschrift kann jedoch nur aufgrund von ehrenamtlicher Mitarbeit und Mehrarbeit der Redakteurinnen überleben. Sie kämpfen nun darum, dass 2018 nicht das letzte Jahr der »an.schläge« sein wird. Um unter der jetzigen schwarz-blauen Regierung aus ÖVP und FPÖ unabhängig von Bundesförderungen sein, haben sie eine Crowdfunding-Kampagne initiiert. »Das kann überlebenswichtig sein«, erklärt die leitende Redakteurin Lea Susemichel im Aufruf. Durch 666 neue Abos sollen 25.000 Euro im Jahr in die Redaktion gespült werden.

Derzeit erhält das Magazin Förderung aus dem Frauenministerium und von der Frauenabteilung der Stadt Wien. Im Jahr 2000, während der ersten Koalitionsregierung von konservativer ÖVP und rechtsnationalistischer FPÖ, wurden Förderungen bereits einmal gekürzt. In Österreich erhalten Printmedien staatliche Presseförderung.

Nun stellt sich die Frage, wie es mit den »an.schlägen« unter der neuen Regierung weitergehen wird. Die rechte FPÖ von Vizekanzler Heinz-Christian Strache regiert seit Dezember in einer Koalition mit der rechtskonservativen ÖVP von Bundeskanzler Sebastian Kurz - die Nähe von FPÖ-Politikern und Ministern zu Burschenschaftlern mit Verbindung zu rechtsradikalen Organisationen sind kein Geheimnis. Vorigen Dienstag hat der öffentlich-rechtliche Sender ORF Strache verklagt. Der FPÖ-Politiker behauptete, der Sender verbreite falsche Nachrichten. Wenn Journalisten und Journalistinnen in Österreich fragwürdige Vorgänge im Umfeld der FPÖ aufdecken, werden sie von rechten Portalen, wie beispielsweise »Unzensuriert« oder »Wochenblick«, mit Mails und Forenbeiträgen überschwemmt, ergaben die Recherchen des medienkritischen Onlineportals »Übermedien«. So eindeutig die Verbindungslinien der Portale zum rechten Milieu auch seien, so undurchsichtig sei aber die Finanzierung dieser Publikationen. Künftig könnten sie ganz offiziell staatlich finanziert werden. Der Mediensprecher der FPÖ deutete laut ORF an, dass rechte Portale wie »Unzensuriert« demnächst durch die staatliche Presseförderung unterstützt werden könnten.

»an.schläge«-Redakteurin Lea Susemichel gibt sich angesichts solcher Ankündigungen kämpferisch. Gemeinsam mit allen linken Medien liege es in der journalistischen Verantwortung feministischer Publikationen, gegen die Normalisierung rechter Regierungen auch in Österreich entschlossen anzuschreiben.

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