Werbung

Zwei falsche Schlussfolgerungen

Roland Etzel zur Reaktion auf eine Reise von AfD-Politikern nach Syrien

  • Von Roland Etzel
  • Lesedauer: 1 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Eine Reise von AfD-Abgeordneten nach Syrien hat die Wogen der Entrüstung hochschlagen lassen. Man wolle sich, so schrieben sie vor Reiseantritt, selbst ein Bild von der Lage machen. Dem Vernehmen nach haben sie das auch getan. Daran ist nichts Verwerfliches, im Gegenteil.

Mindestens fragwürdig ist es allerdings, wenn Reiseteilnehmer nun Syrien mit erkennbarer Absicht zum sicheren Drittland erklären. Weil sie sich in Zonen befanden, wo derzeit nicht geschossen wird? Das ist zynisch und spricht eher dafür, die Lage im Land nicht verstanden zu haben. Da ist Widerspruch nur logisch.

Erstaunt muss man aber zur Kenntnis nehmen, dass sich die GroKo-Parteien auch darauf kaprizieren, dass die AfD-Gruppe Damaszener Minister getroffen hat. Auch das fordert Widerspruch. Reden ist der Parlamentarier ureigenste Aufgabe, mit wem auch immer. Und: Deutsche Politiker, mit oder ohne Amt, hätten dies, so ihnen Frieden in Syrien tatsächlich wichtig ist, längst ebenfalls tun sollen.

Wer dies ablehnt und sagt, man würde ja so Assad aufwerten (Mützenich, SPD) oder behauptet, damit disqualifiziere man sich selbst (Regierungssprecher Seibert), spekuliert auf Vergesslichkeit. Denn mit dem Argument des Dialogs verhandelt Berlin selbst vielerorts, auch mit Großinquisitor Erdogan und den Enthauptungskönigen in Saudi-Arabien.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen