Werbung

Lehrer dringend gesucht

Bildungsforscher erwartet steigende Schülerzahlen an beruflichen Schulen / Kritik an Kultusministern

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Die Zahlen überraschen: Statt eines Rückgangs an Schülerinnen und Schülern in berufsbildenden Schulen wird es in den kommenden Jahren zu einem Anstieg kommen. Das geht aus der Expertise des Bildungsforschers Dieter Dohmen hervor, die er für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) erstellt hat. Unter beruflichen Schulen werden zum einen Berufsschulen des Dualen Ausbildungssystems verstanden, zum anderen Berufsfachschulen, die als Vollzeitschulen sowohl berufliche Qualifikationen als auch schulische Abschlüsse anbieten.

Die Ergebnisse Dohmens widersprechen den Angaben der Kultusministerkonferenz (KMK), die von einem Rückgang der Schülerzahlen bis zum Jahr 2025 auf gut 2,1 Millionen ausgeht. Domen erwartet dagegen, dass 2025 knapp 2,5 Millionen junge Menschen berufliche Schulen besuchen werden; ihre Zahl wird damit etwa auf dem gleichen Niveau wie derzeit liegen. Während die KMK für 2025 insgesamt 129 000 Pädagogen für ausreichend hält, hat Dohmen einen Bedarf von knapp 151 000 Lehrkräften errechnet.

»Die höhere Schülerzahl und der Mehrbedarf an Lehrerstellen bedeutet, dass auch die Bildungsausgaben kräftig steigen müssen«, forderte daher der Leiter des Vorstandsbereichs Berufliche Bildung, Ansgar Klinger, am Freitag vor Medienvertretern. Zur Deckung des Lehrkräftebedarfs sei es erforderlich, dass die Länder die Zahl der entsprechenden Studienplätze an den Hochschulen ausbauen. Notwendig sei zudem, dass die Länder bei der Rekrutierung des Lehrernachwuchses besser zusammenarbeiten. Derzeit, so Klinger, würden die Länder sich teilweise Lehrkräfte gegenseitig abwerben. Den finanziellen Mehrbedarf für das Jahr schätzt Klinger auf 1,6 Milliarden Euro. Davon entfallen nach seiner Rechnung gut 1,3 Milliarden Euro auf die Länder und knapp 300 Millionen auf die Landkreise sowie kreisfreien Städte als Schulträger.

Über zu wenig Fachpersonal klagen aber auch andere Schulformen. So nannten in einer ebenfalls am Freitag beim Deutschen Schulleiterkongress in Düsseldorf vom Verband Bildung und Erziehung (VBE) vorgestellten Forsa-Studie 57 Prozent der 1200 befragten Schulleiter den Lehrermangel als ihr größtes Problem. Mehr als ein Drittel (36 Prozent) gab an, derzeit mit Lehrerinnen und Lehrern unterversorgt zu sein. Rund ein Viertel (23 Prozent) fühlt sich mit der Inklusion Behinderter sowie mit der Integration von Flüchtlingskindern überfordert. Gewalt benennt dagegen nur ein Prozent der Befragten als Problem.

An mehr als jeder dritten Schule sind den Angaben zufolge mittlerweile Seiteneinsteiger beschäftigt, von denen aber 65 Prozent keine systematische pädagogische Vorbereitung erhalten haben. »Das ist pädagogischer Wahnsinn«, kritisierte der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann. Viele Lehrer flüchteten sich in Teilzeit, um die Belastungen überhaupt noch aushalten zu können. Seite 2

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen