Werbung
  • Berlin
  • Protest gegen Afrin-Krieg der Türkei

Festnahmen bei kurdischer Demonstration in Berlin

Eskalation bei Protestzug »Schluss mit den Angriffen auf Afrin! Freiheit für Abdullah Öcalan« nach Zeigen einer türkischen Nationalflagge

  • Von Martin Kröger
  • Lesedauer: 2 Min.

Die Provokation ging von einem Mann mit einer türkischen Fahne aus. So berichtet es zumindest ein Teilnehmer einer Demonstration von kurdischen Verbänden gegen den Militäreinmarsch der türkischen Armee in Nordsyrien. Der Aufzug war unter dem Motto »Schluss mit den Angriffen auf Afrin! Freiheit für Abdullah Öcalan« angemeldet wurden. Als der Aufzug, der am Sonntag mit einigen Hundert Teilnehmern von Kreuzberg nach Mitte zog, nach einer Zwischenkundgebung durch die Charlottenstraße lief, kam es nach dem Fahnenschwenken zu Auseinandersetzungen.

In der Polizeimeldung zu dem Vorfall heißt es: »Nachdem aus einem Haus heraus eine türkische Nationalflagge geschwenkt worden war, stoppte der Aufzug und es kam aus diesem heraus zu Stein- und Flaschenwürfen gegen das Wohnhaus und auf die Einsatzkräfte.« Der Demonstrationsteilnehmer sagt dagegen, dass die Eskalation durch die Polizei einfach zu verhindern gewesen wäre, wenn man auf den Mann eingewirkt hätte, die Fahne nicht mehr zu zeigen. Außerdem hätten Ordner der Demonstration Schlimmeres verhindert, weil sie die Teilnehmer zum Hinsetzen aufforderten, um die Lage zu beruhigen.

Nach der Eskalation führte die Polizei zehn sogenannte Freiheitsentziehungen durch, bei der vier Frauen und sechs Männer von den Beamten festgenommen wurden. Die Betroffenen wurden anschließend wieder entlassen. Es wurden Strafanzeigen wegen schwerem Landfriedensbruch, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und gefährlicher Körperverletzung gestellt. Die Demonstration wurde fortgesetzt und endete am U-Bahnhof Stadtmitte.

Nach Polizeiangaben wurden bei der Auseinandersetzung 14 Polizisten verletzt. Die Gewerkschaft der Polizei kritisierte am Montag wegen der Attacken einen »sinnlosen Gewaltexzess« und ein »tief verankertes Problem in unserer Gesellschaft«.

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser:innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede:n Interessierte:n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor:in, Redakteur:in, Techniker:in oder Verlagsmitarbeiter:in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung