Werbung

Protestschafe vor dem Ministerium

Berlin. Kaum hat die neue Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) ihr Büro bezogen, steht die erste Demonstration vor ihrer Tür. Am Dienstag protestierten mehrere Hundert Schäfer und Schäferinnen aus dem ganzen Bundesgebiet vor dem Landwirtschaftsministerium in Berlin. Sie fordern eine Weidetierprämie für extensiv, also nicht im Stall gehaltene Ziegen und Schafe von mindestens 38 Euro pro Tier.

Die Weidetierprämie ist innerhalb der EU-Direktzahlungen möglich, insgesamt 22 Mitgliedstaaten fördern ihre Schäfereien mit diesem Instrument bereits mit rund 500 Millionen Euro im Jahr - Deutschland verzichtet bisher darauf. Das führt laut dem Bundesverband Berufsschäfer dazu, dass immer mehr Betriebe aufgeben. Rund 900 sind es demnach noch in Deutschland.

Unterstützt werden die Schäferinnen und Schäfer von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Umweltgruppen sowie Teilen der Opposition im Bundestag.

Die LINKE hat das Thema am Mittwoch erneut auf die Tagesordnung des Bundestagsausschusses für Ernährung und Landwirtschaft am Mittwoch setzen lassen. Mit einem Antrag aus Berlin könnte die Weidetierprämie schon ab 2019 in Deutschland beschlossen werden, sagte Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Linksfraktion. Dazu fehle der politische Wille.

Der agrarpolitische Sprecher der Grünen im Europaparlament, Martin Häusling, hob den gesamtgesellschaftlichen Nutzen der Schäfereien hervor. Sie seien ein »Vorbild für eine am Tierwohl und am Schutz der Natur orientierten Landwirtschaft«. Häusling forderte, auch »eine konservative Bundeslandwirtschaftsministerin sollte sich diesem Ziel verschreiben«.

Zeitgleich mit der Protestaktion wurde auf der Plattform Change.org eine Petition RettetdieSchäfer gestartet. Innerhalb kurzer Zeit unterschrieben knapp 100 000 Menschen. had

Foto: imago/Christian Ditsch

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln