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Der Neuköllner

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Bisher ist er auf der politischen Bühne kaum aufgefallen. Kein Wunder, er ist hauptberuflich Mathelehrer - in Zehlendorf und nicht in Neukölln, wo er am kommenden Montag zum Bezirksbürgermeister gewählt werden soll.

Die Rede ist von dem Berliner SPD-Politiker Martin Hikel. Nachdem die Sozialdemokraten beschlossen hatten, dass SPD-Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey von der Lokal- in die Bundespolitik wechseln soll, richtete sich der Blick mit Spannung auf den angeblichen Problembezirk Neukölln: Wer soll das Erbe von Buschkowskys politischer Ziehtochter antreten? Wer schafft es, das wilde Neukölln zu bändigen? An dieser Stelle tritt Martin Hikel auf den Plan, seit 2005 SPD-Mitglied und schon seit gut sieben Jahren SPD-Fraktionsvorsitzender in der Bezirksverordnetenversammlung.

»Neukölln ist für mich Heimat«, steht auf Hikels Website. Das ist die Wahrheit, der 31-Jährige ist selbst Neuköllner und ging in Britz zur Schule. Der Süden Neuköllns, sprich Britz, Buckow und Rudow, wo Hikel an einem Direktmandat knapp vorbeigeschrammt ist: Das sind die Teile des Bezirks, in denen sich die Anschläge von Rechtsextremen auf Linke häufen.

Hikel wohnt inzwischen im teilgentrifizierten Norden des Bezirks, wo die Polizei seit Jahren immer wieder gegen mafiöse Strukturen ermittelt und zugezogene Hipster ihren Latte Macchiato trinken. In der Bezirksverordnetenversammlung sitzt Hikel in den Ausschüssen Verkehr und Tiefbau, Jugendhilfe und Verwaltung und Gleichstellung. Seit langem kämpft er für eine Verlängerung der U7 bis zum Flughafen Schönefeld. Bislang ist er der einzige Kandidat für den Bürgermeisterposten.

Über seine Vorgängerin hat Hikel bislang nur Gutes gesagt, mit Kritik an Giffey hält er sich zurück. Es hat den Anschein, als wären die beiden auf einer Linie. Dennoch erhoffen sich viele Neuköllner mit Hikel einen Linksruck. Ob der Noch-Mathelehrer am Ende den Mumm hat, aus Giffeys Schatten zu treten, wird sich zeigen.

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