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  • Ermittlungen gegen Berliner Polizisten

Korruption gibt es überall

Martin Kröger über die Ermittlungen gegen einen Berliner Polizisten

  • Von Martin Kröger
  • Lesedauer: 1 Min.

Es könnte wie im Film abgelaufen sein. Ein Polizist aus Berlin soll eine Menge Geld dafür bekommen haben, dass er Drogenhändlern vorab verriet, wo die Behörden die nächste Kontrolle durchführen wollen. Dass die Organisierte Kriminalität ein Interesse hat, über die Aktionen der Behörden im Bilde zu sein, liegt auf der Hand. Immer wieder gab es auch in der jüngeren Vergangenheit Vorwürfe, dass die Polizei von kriminellen Gruppen unterwandert werde. Belegen ließ sich das bislang nicht.

Dennoch ist es voreilig, wie es die Gewerkschaft der Polizei am Freitag machte, das Ganze als Einzelfall abzutun. Richtig ist vielmehr: Korruption gibt es nicht nur im Ausland, sondern auch hierzulande. Vielleicht nicht in dem Ausmaß wie in anderen Ländern, wo teilweise eine regelrechte Kultur des Handaufhaltens existiert, aber es gibt sie. Bei der Berliner Polizei beispielsweise werden pro Jahr zwischen drei und sechs Verfahren wegen Bestechlichkeit eingeleitet. Bei fast 24 000 Mitarbeitern in der Behörde mag das wenig sein, aber es ist eben mehr als ein Einzelfall. Zumal das Dunkelfeld größer sein dürfte. Keiner weiß, was die kriminellen Organisationen an Schmiergeldern ausgeben. Bekannt ist dagegen: Die Drogengeschäfte florieren offenbar. In der neuesten Kriminalstatistik für Berlin wurde die höchste Fallzahl der vergangenen zehn Jahre ausgewiesen.

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