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Menschen, die hier wohnen

Gremliza & Ebermann

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Wenn in der »Zeit«, dem Amtsblatt fürs Einverstandensein, oder in der »Taz«, dem »ausgelagerten Volontariat der Bürgerpresse« (Gremliza), mal wieder Unfug steht - und da lässt sich ja eigentlich immer etwas finden -, erfahren wir das regelmäßig von Hermann L. Gremliza, dem Herausgeber der Zeitschrift »Konkret«. In seiner sprach- und ideologiekritischen Rubrik »gremlizas express« kommentierte er kürzlich etwa einen Beitrag der »Zeit«, mit dem deren Redaktion zum wiederholten Mal versuchte, sich auf sprachlich verunglückte Art bei den AfD-Wählern unter den Lesern und anderen Rechtsextremisten einzuschleimen, mit dem Satz: »Dunkel ist der Rede Sinn, mit einem leichten braunen Schimmer.«

Und die Klage des gegenwärtigen Papstes darüber, dass sich bedauerlicherweise sogenannte Fake News immer mehr verbreiten (»Keine Desinformation ist harmlos«), ergänzte Gremliza um den hilfreichen Hinweis, dass diese Klage possierlicherweise von einem geführt werde, der »Vorsitzender eines Konzerns« ist, »der vom Vertrieb von Artikeln wie der Jungfrauengeburt« lebt.

Wo andere das Bedürfnis haben, auch mitzutun im täglich die galoppierende Verdummung und den Sozialabbau mit allgemeinem Hurra begleitenden deutschvölkischen Medienzirkus, hat Gremliza einen kritischen Verstand. Wo die sich nur noch in Nuancen unterscheidenden Leitartikel einem zum hundertsten Mal mitteilen, dass Judenkritik hierzulande jetzt wieder erlaubt ist, dass »wir alle« dringend zum Wohle aller »den Gürtel enger schnallen« oder den Flüchtling im Mittelmeer ersaufen lassen müssten, wo in den Medien nach Kräften gefleischhauert, geaugsteint und getellkampt wird, dass es nur so eine Art hat, und früher oder später, wie hierzulande allgemein üblich, alle mit einstimmen, erinnert uns Gremliza mit seinen Beiträgen zuverlässig daran, dass es einmal so etwas wie eine kritische Linke gab, bevor diese in weiten Teilen vom allgemeinen Verblödungszusammenhang erfolgreich zerbröselt wurde. Das ist kein geringes Verdienst in einer Zeit wie der unseren, in der sozialdemokratische Amtsträger täglich daherreden wie der Herr Arbeitgeberpräsident.

Weil er in seinen Einlassungen stets auf Politikberatung, Identitäterätä und Leitkulturgeschrei verzichtet, taucht Gremlizas Name nur selten irgendwo auf, jedenfalls nicht in den jeden Schmarren besinnungslos bejubelnden Feuilletons, nicht an schmierigen TV-Stammtischen wie denen von Plasberg & Co. und logischerweise auch nicht zwischen Thilo Sarrazin (Publizist) und Margot Käßmann (Theologin) in den kursierenden Listen der »500 wichtigsten deutschsprachigen Intellektuellen«. Das ist erfreulich, denn alle Erfahrung zeigt, dass, wer sich in den Betrieb begibt, darin umkommt.

Gremliza liest heute abend in Potsdam aus seinem Buch »Haupt- und Nebensätze«. Ein langjähriger Weggefährte von ihm, der Publizist Thomas Ebermann, »würdigt, leitet ein und begleitet den Abend«, so die Veranstalter. »Das andere, bessere Deutschland gibt es nicht. Was es gibt, sind die Deutschen und ein paar Menschen, die auch in dieser Gegend wohnen« (Gremliza).

Lesung mit Hermann L. Gremliza und Thomas Ebermann: »Scheiß Deutschland«, 21.3., 19.30 Uhr, »HausZwei«, Potsdam

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