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Spektakuläres Durcheinander

Der Eishockey-Rekordmeister Eisbären Berlin zieht auf dramatische Weise ins Halbfinale ein

  • Von Jürgen Holz
  • Lesedauer: 3 Min.

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Klare Führungen sind oft verlockend, sich zu früh zurückzulehnen. Oft genug muss dann doch noch mal gezittert werden. Das erfuhren die Eishockeyprofis der Eisbären Berlin im Viertelfinale der Deutschen Eishockey Liga gleich doppelt. Mit 3:1 hatten sie nach Siegen schon geführt, brauchten am Freitagabend vor ihrem Heimpublikum nur noch einen Sieg zum Halbfinaleinzug. »Es wäre fatal, würden wir Wolfsburg unterschätzen«, hatte Verteidiger Frank Hördler vor seinem 750. Spiel noch gewarnt. Und doch wurde es noch einmal knapp - und durchaus spektakulär.

Beide Mannschaften wollten unnötige Strafzeiten vermeiden, die hatten einige Partien der Serie entschieden. Und so blieb das fünfte Match mit jeweils nur vier Strafminuten wohltuend fair. Dennoch kassierten die Eisbären das 0:1 (11. Minute) in Unterzahl. Der Ausgleich und die abermalige Führung der Wolfsburger fielen nach reiner Spielzeit gemessen innerhalb von nur 100 Sekunden am Ende des ersten Drittels. Da die Schiedsrichter aber jeweils den Videobeweis zu Hilfe nahmen, dauerte es aber doch länger. Als die Berliner sogar mit 1:3 in Rückstand gerieten, mussten die Fans plötzlich doch um den vorzeitigen Halbfinaleinzug fürchten.

Doch dann überschlugen sich die Ereignisse: Die Eisbären schossen sich mit 5:3 in Front und glaubten sich zehn Minuten vor Schluss am Ziel ihrer Wünsche. In den letzten drei Minuten aber kassierten sie erst zwei Gegentore innerhalb von nur 18 (!) Sekunden, schossen sich dann abermals in Führung, nur um 14 Sekunden später wieder den Ausgleich zum 6:6 hinzunehmen. Den offenen Schlagabtausch beendete Rihards Bukarts mit dem 7:6 nach 2:13 Minuten in der Verlängerung. Den 22-jährigen Letten hatte Berlin erst unmittelbar vor den Playoffs von Dinamo Riga verpflichtet. Die Halle tobte.

»Wir sind noch mal mit dem blauen Auge davongekommen«, sagte der zweifache Berliner Torschütze Martin Buchwieser. »Wir haben in den letzten zehn Minuten nicht mehr so konsequent gespielt und ganz blöde Gegentore kassiert.« Auch Doppeltorschütze Marcel Noebels war selbstkritisch: »Nach dem 5:3 hätten wir den Sack zumachen müssen.« Nur Joker Bukarts war glücklich: »Ich habe schon viel Verrücktes erlebt, aber dieses Spiel werde ich lange nicht vergessen. Jetzt denken wir aber nicht mehr daran, was in den letzten Minuten alles passiert ist, sondern bereiten uns auf den nächsten Gegner vor.«

Neben den Eisbären, die zum zweiten Mal in Folge ins Halbfinale vordrangen, stehen München (4:1 gegen Bremerhaven) und Mannheim (4:1 gegen Ingolstadt) in der Vorschlussrunde. Auf wen die Berliner nun treffen, hing vom einzigen noch ausstehenden Duell zwischen Nürnberg und Köln am Sonntagabend (nach Redaktionsschluss) ab. Beide möglichen Gegner sind jedenfalls unbequem. Gegen Mannheim hieß die Hauptrundenbilanz 2:2; gegen Nürnberg gab es vier Niederlagen.

Für die Eisbären soll der Halbfinaleinzug aber nur der vorletzte Schritt auf dem Weg zum intern ausgegebenen Saisonziel Finale gewesen sein. »Wir wollen weitermarschieren«, sagte Trainer Uwe Krupp. In der Vorsaison war seine Mannschaft an dieser Stelle am späteren Meister München gescheitert. Diesmal würde man frühestens im Finale auf die nach dem Titel-Hattrick strebenden Münchner treffen.

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