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Auge um Auge

Stephan Fischer über die Logik eines neuen Kalten Krieges

  • Von Stephan Fischer
  • Lesedauer: 2 Min.

Die Osterzeit als eine Zeit der Besinnung und Einkehr - nicht in diesem Jahr, nicht in der internationalen Politik: Just am Karfreitag bestellte Russland die Botschafter mehrerer Staaten ein, die Ausweisungen von Diplomaten folgte. Dies ist eine Reaktion auf die Ausweisung russischer Diplomaten. Der wiederum die vermutete Beteiligung Russlands im Fall Skripal zugrunde liegt. Die Abfolge sich stetig aufschaukelnder Reaktionen folgt dabei dem alttestamentarischen Prinzip des Strafens, des »Auge-um-Auge, Zahn-um-Zahn«.

Erstaunlicherweise wissen die Beteiligten um die Sackgasse, in die sie sich damit begeben: Die jeweilige Reaktion des Gegenübers wird stante pede als »unangemessen« bezeichnet, auch wenn sie eine genaue Spiegelung des eigenen vorherigen Schrittes ist. Nur kommen sie offenbar nicht aus dieser Logik heraus.

Man muss nicht unbedingt gläubig sein, um an den Ostertagen an eine andere Möglichkeit, eine andere Logik zu denken - der neutestamentarischen des »Auch-die-andere-Wange-Hinhaltens«. Hoffnungsloser Idealismus, nur ein Fügen gegenüber der Gewalt? Es ist dort auch etwas anderes herauszulesen - zwei zugewandte Wangen ermöglichen erst den Blick in das Auge des Gegenübers. Und vielleicht das Erkennen der eigenen Ängste im Blick des anderen.

Wenn nur noch Glauben über vermeintliche Absichten des anderen da ist - dann dreht sich die Eskalationsspirale weiter. Wissen übereinander erlangt man nur im Dialog. Aber der erfordert verbale Abrüstung. Und Besinnung.

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