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Koloniale Gebeine oft aus Ruanda

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz will bis zum kommenden Jahr die Herkunft von rund 1100 menschlichen Gebeinen aus der Kolonialzeit klären. Abschließende Ergebnisse eines entsprechenden Forschungsprojektes würden erst »zu Ende des Projektes 2019« präsentiert, sagt Stiftungspräsident Hermann Parzinger. Anschließend wolle die Stiftung an die Herkunftsländer herantreten, um gemeinsam über das weitere Vorgehen zu entscheiden.

Klar ist aber offenbar schon jetzt, dass viele Gebeine aus dem heutigen Ruanda stammen. Man habe zu der Botschaft des Landes bereits Kontakt aufgenommen, so Parzinger. Seit Herbst 2017 untersucht die Stiftung rund 1100 Schädel und andere Überreste von Menschen, die bis 2011 in der medizinhistorischen Sammlung der Berliner Charité aufbewahrt wurden. An dem Projekt beteiligen sich auch Wissenschaftler aus Ruanda, Tansania und Burundi.

Die Schädel waren Ende des 19. Jahrhunderts von dem Mediziner und Anthropologen Felix von Luschan (1854-1924) für rassekundliche Zwecke das Berliner Museum für Völkerkunde zusammengetragen worden.

Ursprünglich bestand diese durchaus zeittypische, etwas makabre Sammlung aus 6000 Schädeln aus aller Welt, von denen heute noch rund 5000 vorhanden sind. Davon konnten 1100 der Region der ehemaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika zugeordnet werden, die das Gebiet der heutigen Staaten Ruanda, Tansania und Burundi sowie eines Teils von Mosambik umfasste.

Bislang gebe es »keine konkreten Rückgabeforderungen« aus den Herkunftsländern an die Stiftung, so Parzinger. epd/nd

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