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Nasa beauftragt neues Überschall-Flugzeug

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Washington. Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat einen neuen Überschalljet in Auftrag gegeben - einen ohne Überschallknall fliegenden. Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin, der für die NASA schon länger an einem Konzept dafür feilt, sei mit Entwurf, Bau und Test des »X-Plane« beauftragt worden, teilte die Raumfahrtbehörde am Dienstag (Ortszeit) in Washington mit. Beim Fliegen mit Überschall ist die Fluggeschwindigkeit größer als die Schallgeschwindigkeit in der Umgebung des Flugzeuges.

Mit dem Projekt rückt eine Rückkehr des Überschallflugs rund 15 Jahre nach dem Aus der legendären Concorde näher. Auf den Strecken von Paris und London nach New York war der elegante Überschalljet mit der spitzen Nase einst das Nonplusultra. Vor knapp 18 Jahren war die Concorde-Katastrophe von Paris mit 113 Todesopfern dann der Anfang vom - wohl nur vorläufigen - Ende.

Ein Prototyp des neuen »X-Plane« soll bis Ende 2021 fertiggestellt sein. Der Rüstungskonzern erhält 247,5 Millionen Dollar für das Projekt. Der Jet soll in etwa 16 Kilometer Höhe mit rund 1500 Kilometern pro Stunde fliegen - und anstelle eines lauten Knalls nur ein Geräusch erzeugen, das so laut ist wie das Zuschlagen einer Autotür. »Es ist super aufregend, in diesem Umfang X-Planes zu designen und zu fliegen«, sagte der NASA-Experte Jaiwon Shin. Sobald der Prototyp des »X-Plane« fertig ist, will die NASA selbst weitere Tests durchführen und ab Mitte 2022 dann bei Flügen über ausgewählten Regionen der USA weitere Daten sammeln. Neben der NASA und Lockheed Martin arbeiten derzeit auch andere Unternehmen an Überschalljets.

Am 24. Oktober 2003 war der letzte kommerziell genutzte Überschall-Jet der Betreiber British Airways und Air France in London gelandet. Das Flugzeug ermöglichte es ein Vierteljahrhundert lang, binnen dreieinhalb Stunden von Europa nach New York zu fliegen. Im Juli 2000 kam es dann zur Katastrophe: Kurz nach dem Start vom Flughafen Paris verunglückte eine Concorde, alle 109 Insassen sowie vier Menschen am Boden starben. Ursache des Unglücks war ein auf der Startbahn liegender Blechstreifen. Hinzu kamen die Luftfahrtkrise nach dem 11. September 2001 und rasant steigende Wartungskosten. Angesichts hoher Verluste war 2003 Schluss. An Plänen für einen Überschall-Nachfolger mangelte es seither nicht. Realisiert wurden sie bislang nicht. dpa/nd

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