Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Fehler auswerten, Patienten stärken

Ulrike Henning über den Streit zur Behandlungsfehlerstatistik

  • Von Ulrike Henning
  • Lesedauer: 1 Min.
Ärzte sind Menschen, und Menschen machen Fehler. Soweit, so normal. Prinzipiell sollten auch Mediziner lernen wollen, zur Not auch aus Fehlern. Dazu brauchen sie ein geeignetes Umfeld, das diesen Lernprozess fördert. Die Berufshaftpflicht im Rücken, die am liebsten nicht zahlen will, ist da vielleicht nicht immer der beste Einfluss. Dann wird abgestritten, was das Zeug hält, auf den immer möglichen, leider schlechten OP-Ausgang verwiesen.

Patienten können schwer gegenhalten, zumal dann, wenn sie vor Gericht auf eine regelrechte Expertenfront treffen. Von 15.000 Gutachten des Medizinischen Dienstes bestätigten 2016 ein Viertel einen Fehler. Und die übrigen drei Viertel? Die Schmerzen und Probleme der Betroffenen sind nicht verschwunden, nur weil kein Fehler nachweisbar war.

Die Politik könnte hier eingreifen und endlich einen Härtefallfonds einführen - für schwer Geschädigte, deren Fälle ungeklärt sind, bei unvermeidbaren Behandlungen mit hohen Risiken. Zudem könnte eine unabhängige Stelle zur Entwicklung einer Fehlerkultur beitragen und auch für Transparenz in diesem Feld sorgen, zum Nutzen lernbereiter Ärzte.

Die Behandlungsfehlerstatistik wird jedes Jahr variieren. Der rituell wiederholte Streit über diese Zahlen allein bringt jedoch wenig.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln