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Leinen los an Seen und Flüssen

Zum Saisonstart 2018 befindet sich der Wassertourismus in der Region im Aufbruch

  • Von Tomas Morgenstern
  • Lesedauer: 3 Min.

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Nachdem zu Ostern noch Minusgrade und zum Teil heftige Schneefälle die Aufbruchsstimmung bei den Wassersportlern und Freizeitkapitänen gedämpft hatte, lockt nun mildes Frühlingswetter zum Saisonstart an die Liegeplätze und in die Bootshäuser. Die regionale Tourismuswirtschaft hat den Wassersport-Tourismus in diesem Jahr als Schwerpunktthema markiert. Urlaub auf dem Wasser liege im Trend - dieses Fazit hatte die Tourismus-Marketing Brandenburg (TMB) GmbH auf der Reisemesse ITB in Berlin gezogen.

Berlin-Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern verfügen mit rund 33 000 Kilometern Fließgewässer und mehr als 3000 Seen über das größte Wassersportrevier in Deutschland. Ihre Tourismusverbände haben gemeinsam die Kampagne »Deutschlands Seenland« auf die Beine gestellt. Die schiere Größe des Reviers und das Niveau der Vernetzung erleichtern es Bootsurlaubern, aus der Vielzahl der Wasserwege und zusammenhängenden Seen passende Touren auszuwählen. Nach TMB-Angaben plant beispielsweise die Hälfte der Motorbooturlauber Touren von mehr als einer Woche.

Der jährliche Bruttoumsatz der Branche, zu der unter anderem mehr als 300 kommerzielle Bootshäfen und Vereine, 65 Reedereien sowie rund 130 Kanuverleiher zählen, liegt bei rund 200 Millionen Euro. Einer 2015 erstellten Potenzialstudie zufolge resultieren davon 119 Millionen Euro allein aus den Umsätzen aus Bootsvermietung, Fahrgastschifffahrt und Liegeplatzvermietung. Das Charterangebot nahmen demnach in Berlin und Brandenburg jährlich mehr als 120 000 Bootsurlauber in Anspruch. Hinzu kamen nahezu 350 000 »Mietkanuten«. Die Zahl derer, die mit dem eigenen Sportboot unterwegs wahr ließ sich nicht ermitteln. Auf insgesamt 180 erfassten Fahrgastschiffen wurden fast drei Millionen Passagiere im Jahr gezählt.

Inzwischen bieten zum Beispiel 83 Charterunternehmen über 110 Jachten, Haus- und Segelboote an. Allein in den vergangenen 25 Jahren wurden nach Angaben der Marketing-Gesellschaft rund 500 Millionen Euro in den Wassertourismus investiert.

In Brandenburg machen sich verschiedene regionale Initiativen für die Entwicklung der Branche stark. So arbeiten seit 2006 Potsdam, Brandenburg/Havel, Werder (Havel), Schwielowsee, Ketzin/Havel, Kloster Lehnin und Groß Kreutz in der »Wassertourismusinitiative Region Potsdamer & Brandenburger Havelseen« (WIR) zusammen. Sie wollen die Havelgewässer für Bootsurlauber attraktiver und überregional bekannter machen.

Die Stadt Brandenburg selbst präsentierte sich jüngst auf der ITB als potenter Wassersportort. Von 2012 bis 2017 wurden, gefördert auch durch das Land, zwölf Millionen Euro in den Wassertourismus der Stadt investiert und 300 000 Übernachtungen registriert.

Auf kommunaler Ebene hat sich seit 2003 die Arbeitsgemeinschaft »Wassertourismus Initiative Nordbrandenburg« (WIN-AG) etabliert. In ihr kooperieren die Landkreise Barnim, Oberhavel und Ostprignitz-Ruppin, die Städte Eberswalde, Liebenwalde, Neuruppin, Oranienburg und Templin sowie der Gemeinden Wandlitz und Fehrbellin. Durch Investitionen in die wassertouristische Infrastruktur wollen sie den Norden des Landes zu einem der attraktivsten Wassertourismusreviere in Europa entwickeln und zugleich das führerscheinfreie Fahrgebiet in der Region erweitern. Bisher flossen 22 Millionen Euro in den Ausbau von Schleusen und Gewässern, aber auch in das Marketing, davon acht Millionen als kommunaler Eigenanteil aller Partner. Die WIN-AG arbeitet mit Land, Bund und EU zusammen.

Die Bemühungen, den Wassertourismus in der Region auf zeitgemäße Anforderungen einzustellen, scheinen sich auszuzahlen. Ablesen lässt sich das an einer auch von beiden Initiativen in Auftrag gegebenen Bootsurlauberbefragung in der Saison 2017. Die Ende März auf einem von den Industrie- und Handelskammern Berlins und Brandenburg veranstalteten »Erfahrungsaustausch Wassertourismus - Charterboottourismus« präsentierte Erhebung attestiert der Branche neben hohem Entwicklungspotenzial vor allem eine sehr hohe Kundenzufriedenheit. »Seit der letzten landesweiten Befragung 2009 haben sich der wassertouristische Markt und das Zielgruppenverhalten vor allem durch das noch junge Angebotssegment Flöße beziehungsweise Bungalowboote und die zunehmende Digitalisierung erheblich verändert«, heißt es da. »98 Prozent aller Befragten wollen wiederkommen.«

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