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Giftgas-Wächter

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Ahmet Üzümcü ist der Ansicht, dass »jedermann, der Chemiewaffen einsetzt, zur Rechenschaft gezogen werden soll. Wir wenden uns gegen jegliche Kultur der Straflosigkeit«. Üzümcü ist Generaldirektor der »Organisation für das Verbot von Chemiewaffen« (OPCW). Ein Diplomat, kein Fachmann oder Militär. Für ihn hat keine Waffe ein »Monopol« auf Grausamkeit und Tödlichkeit, doch chemische Waffen seien in jeder Hinsicht »eine besonders schändliche Tradition«.

Üzümcü ist Türke. Zum Ende des Kalten Krieges arbeitete er an der Botschaft der Türkei in Wien. Die Stadt war und ist ein Hotspot für Abrüstungsgespräche und allerlei Geheimdienstoperationen. Anschließend schickte man ihn ans Generalkonsulat im syrischen Aleppo. Mit seiner Arbeit dort empfahl er sich für einen dreijährigen Botschafterjob in Israel. Seine nächsten Verwendungen: Ständiger Vertreter der Türkei bei der NATO und Ständiger Vertreter der Türkei im Genfer Büro der Vereinten Nationen. 2008 wurde Üzümcü Chef des UN-Abrüstungskomitees. Als die OPCW mit Hauptsitz in Den Haag 2013 den Friedensnobelpreis erhielt, stand sie schon unter seiner Leitung.

192 Staaten sind bislang der Chemiewaffenkonvention aus dem Jahr 1997 beigetreten. Die OPCW kontrolliert unauffällig und effizient die von den Mitgliedern angegebenen C-Waffenbestände und Produktionsanlagen. Man beaufsichtigt deren Vernichtung, arbeitet eng mit der UNO zusammen, ist aber (bislang) unabhängig.

Bis zu den Kampfstoffeinsätzen in Syrien hielt sich die Organisation aus Bewertungen, die ins Politische gehen, heraus. Dann jedoch nannte man mutmaßliche Täter beim Namen. Trotzdem tat Üzümcü sein Möglichstes, um die OPCW nicht zum Spielball von Machtinteressen werden zu lassen.

Denen ist die OPCW im Fall des Nervengiftanschlages auf Vater und Tochter Skripal nun in extremer Weise ausgesetzt. In dieser Woche erwartet die Welt eine fachliche Expertise der OPCW zum verwendeten Kampfstoff und dem Erzeuger - also ein diplomatisches Meisterstück von Ahmet Üzümcü.

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