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Der Wert eines Tieres

Robert D. Meyer hält Recherchen in der Massentierhaltung für notwendig

  • Von Robert D. Meyer
  • Lesedauer: 1 Min.

Der Bundesgerichtshof hat entschieden: Der MDR durfte Aufnahmen von Tierschützern aus der Massentierhaltung in einem kritischen Bericht senden, obwohl die Bilder nicht auf gesetzeskonformem Weg entstanden sind. Das Urteil ist ein Sieg für die Pressefreiheit und für den Tierschutz.

Journalisten sind auf das Video- und Bildmaterial nächtlicher Stallrecherchen angewiesen, wollen sie die Heile-Welt-Inszenierung der Agrarindustrie hinterfragen. Denn was Bauern an offiziellen Tagen der offenen Hoftür präsentieren, hat mit der alltäglichen Realität oft wenig zu tun. Allein der Fakt, dass die im verhandelten Fall zugrunde liegenden Aufnahmen aus einem Biohühnerstall stammen, lässt aufhorchen. Biohaltung? Damit verbindet eine Mehrheit der Verbraucher fette, grüne Wiesen und kleine Gruppen fröhlich gackernder Tiere. Wie unter solchen Bedingungen selbst Discounter tierische Bioprodukte mittlerweile in Massen anbieten können, fragt sich der Verbraucher aber oft nicht. Letztlich gelten auch hier knallharte ökonomische Interessen. Das Individuum wird auf seinen Verwertungswert reduziert. Viele wären schockiert, wenn sie wüssten, was völlig legal mit dem Segen des EU-Bio-Siegels in der Tierhaltung möglich ist. Von den illegalen Schweinereien, die von überforderten Veterinären zu selten geahndet werden, ganz zu schweigen.

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