Werbung

Das Profil passt

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Düsseldorf. Das von Profilern des Landeskriminalamts NRW erstellte Raster des sogenannten Wehrhahn-Attentäters passt praktisch vollständig auf den Angeklagten. Es wurde am Montag im Prozess um den Bombenanschlag am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn vorgestellt. Das Motiv des Anschlags sei Fremdenfeindlichkeit gewesen und die Opfer seien als Ausländer gezielt ausgesucht worden, sagte LKA-Profilerin Maren Drewitz. Die Fallanalytiker hatten die Spuren und Eigenheiten des Anschlags ausgewertet, um Rückschlüsse auf den Täter zu ziehen.

Der Täter müsse über regionale Kenntnisse verfügen, habe eine Affinität zum Militär, Szenekontakte zu Schwarzmarkt- sowie Militaria-Kreisen und verfüge über Spezialwissen. Der im Prozess angeklagte Ex-Zeitsoldat Ralf S. war zur Zeit des Anschlags Militaria-Händler und machte aus seinem Fremdenhass keinen Hehl. Er wohnte in der Nähe.

Eine der Sprachschulen, aus der die Opfer kamen, lag unmittelbar gegenüber seines Militaria-Ladens. Dass sich trotz 120 000 D-Mark Belohnung keine Mitwisser gemeldet hätten, spreche für eine Alleintäterschaft.

Die Bombe sei genau in der Mitte einer Gruppe von Sprachschülern gezündet worden, als diese eine Fußgängerbrücke zum S-Bahnhof Wehrhahn überquerte. Der in einer Plastiktüte getarnte Sprengsatz sei an einer Stelle deponiert worden, die für einen Täter mit Fernzünder gut und unauffällig zu beobachten sei.

Es handele sich um eine »Heimwerker«-Bombe mit amateurhafter Schweißnaht. Ein möglichst exakter Nachbau der Rohrbombe wurde am Montag im Gerichtssaal gezeigt. Sie ist nur sechs mal zehn Zentimeter groß, fasst aber etwa drei mal so viel TNT wie eine Handgranate.

Die Profiler seien erstaunt gewesen, dass der Täter nach dem Anschlag im Jahr 2000 keine weiteren Taten begangen habe. Dies sei aber dadurch erklärbar, dass er sich dann im Visier der Ermittler gesehen habe. In der Tat war der Angeklagte schon damals verdächtigt und mehrfach vernommen worden. Einem Mithäftling soll er die Tat viele Jahre später gestanden haben. Daraufhin waren die Ermittlungen wieder ins Rollen gekommen.

Dem 51 Jahre alten Angeklagten mit Kontakten zur rechten Szene wird zwölffacher Mordversuch aus Fremdenhass vorgeworfen. Er bestreitet die Tat. Bei dem Bombenanschlag waren am 27. Juli 2000 zehn Menschen verletzt worden, einige von ihnen lebensgefährlich. Ein ungeborenes Baby starb im Mutterleib. Bei den Opfern handelt es sich um Zuwanderer aus Osteuropa. dpa/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Schenken Sie schon, oder rätseln Sie noch?

Verschenken Sie das »nd«

Klare Worte, Kritische Debatten und mutiger Journalismus von Links: Das »nd« wird Sie bewegen.

Jetzt verschenken oder sich selbst beschenken