Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Kovacs Abschied gegen Bayern München

Frankfurts Trainer beschwört nach dem 1:0-Halbfinalsieg im DFB-Pokal gegen Schalke den Zusammenhalt: »Wir sind Eintracht!«

  • Von Holger Schmidt und Ulli Brünger, Gelsenkirchen
  • Lesedauer: 3 Min.

Für seinen Abschied von Eintracht Frankfurt bekam Niko Kovac direkt nach dem »nobelpreiswürdigen« Einzug ins DFB-Pokalfinale einen Zusatzauftrag: Er soll den Streit zwischen beiden Vereinen, ausgelöst durch seinen bevorstehender Wechsel zum Endspielgegner Bayern München ausgelöst hat, auf dem Rasen klären. »Jetzt muss er die Kollegen aber auch weghauen«, sagte Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic nach dem 1:0 im Halbfinale beim FC Schalke. Auch Sportdirektor Bruno Hübner meinte süffisant: »Da kann er denen ja gleich mal zeigen, was er draufhat.«

Die bissigen Kommentare zwischen Eintracht und Bayern gehen also weiter. Dafür sorgten schon die Aussagen von Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der nach der Aussprache zwischen Sportdirektor Hasan Salihamidžić und Bobic gesagt hatte: »Fredi ist durch die mahnenden Worte von Uli und mir zur Räson gekommen und etwas runtergekühlt.« Bobic dazu im TV-Sender Sky: »Da muss er wahrscheinlich selber lachen.«

Und Kovac selbst? Der bemüht sich weiter um größtmögliche Normalität und versucht, das Finale als ein ganz normales Spiel einzustufen. »Wir müssen es genießen. Auch wenn wir wissen, wer uns gegenübersteht«, sagte er und ergänzte mit Blick auf das 6:2 der Münchener am Vortag in Leverkusen: »Man hat gesehen, welche Dominanz die Bayern am Dienstag hatten.« Stolz auf das Erreichte ist der 46-Jährige zweifellos. »Zweimal hintereinander mit Frankfurt im Finale zu stehen, ist eigentlich nobelpreiswürdig«, sagte Kovac.

Am Mittwoch hätte er nach den schweren letzten Tagen den Triumphator geben können, doch Kovac verzichtete darauf. Nach dem Schlusspfiff stand er am Strafraumeck und schaute stolz auf seine jubelnden Spieler vor der Kurve. Zu den Fans gehen wollte er nicht. Er überließ die Bühne seinen Profis. Vielleicht befürchtete er auch Anfeindungen. Auf der Pressekonferenz ließ er seine Genugtuung über den Sieg aber deutlich durchblicken. »Ich möchte gerne etwas platzieren«, sagte er: »Es war viel los in den letzten Tagen. Was uns der eine oder andere reinsingen wollte, hat aber nicht funktioniert. Wir sind die Eintracht, das hat man heute gesehen.«

Hübner stellte sich derweil schützend vor Kovac. »Ich kann sagen, dass Niko immer die Wahrheit gesagt hat. Er ist ein ganz aufrechter Mensch«, sagte der Sportdirektor. »Er muss derzeit Anfeindungen erleben, die nicht gerecht und fair sind. Auch wenn die Enttäuschung da ist, muss man an den Menschen denken.«

Der Erfolg von Schalke, den Luka Jovic mit einem Hackentor ermöglichte (75.), dürfte die große Unruhe in Frankfurt etwas eindämmen. Die Europacup-Qualifikation über die Bundesliga bleibt das große Ziel. Und auch gegen die Bayern rechnet sich die Eintracht etwas aus. »Wir spielen gegen einen übermächtigen Gegner«, sagte Hübner: »Aber wir werden alles geben, damit wir den Pott holen.« Und Bobic versprach: »Wir können nicht davon ausgehen, dass wir sie schlagen. Aber wir werden eklig sein.«

Geschlagen geben will die Eintracht sich nicht. Das gilt sportlich, aber abseits des Spielfeldes. dpa/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung
  • Lastschrift

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln