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Das angenehme Cottbus

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Die Kommunalpolitik will die Einwohner von Cottbus anhören, ihre Ängste verstehen, ihre Sorgen erfahren. Und siehe da, beim ersten Termin dieser Art am Sonnabend präsentierten sich die Bürger ganz anders, als es die Schlagzeilen der vergangenen Wochen und das Krakeelen der Asylfeinde erwarten ließen.

Die Cottbuser fühlen sich augenscheinlich wohl in ihrer Stadt und haben keine Angst, in der Heimat zu Fremden zu werden. Sie empfinden die Ausländer, die zum Studium oder als Flüchtlinge kommen, als eine Bereicherung. Es gibt Grund zur Freude: Der Fußballclub Energie Cottbus könnte aufsteigen. In Wirklichkeit ist dies das bestimmende Gesprächsthema. Zumindest empfindet Jörn-Matthias Lehmann von der Wählergemeinschaft »Aktive unabhängige Bürger« das so. Er empfiehlt: »Nicht immer daran denken, was uns von den Neubürgern trennt.«

Vielleicht ist es ja so, wie der Vorsitzende des Bürgervereins im Stadtteil Schmellwitz am Sonnabend erzählte: Es habe dort schon eine Veranstaltung zur Integration gegeben, die aber auf wenig Interesse stieß. Was die Leute ärgert? Dass es schmutzige Ecken gibt beispielsweise. Darüber sollte bei den kommenden Dialogterminen geredet werden.

Sicher hat Cottbus Probleme, große finanzielle Probleme etwa, und es mangelt an Kitaplätzen und Wohnungen. Es gibt Probleme mit Neonazis, von denen sich einige in der Fanszene des FC Energie tummeln. Deswegen ist aber noch lange nicht jeder Energie-Fan ein Neonazi, genauso wenig wie jeder Cottbuser asylfeindlich ist, bloß weil asylfeindliche Demonstrationen in der Stadt ziemlichen Zulauf haben.

Cottbus hat sich am Sonnabend beim Bürgerdialog vor allem von seiner angenehmen Seite gezeigt. Es gibt allerdings auch die unangenehme Seite. Das kommt nicht alles von außen, sondern auch von innen. Wie sonst hätte die AfD im vergangenen Jahr in Cottbus mit 24,3 Prozent die Bundestagswahl gewinnen können?

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