Geborgenheit in der Krise

Soteria steht für eine alternative Schizophreniebehandlung, die auf ein alltagsnahes Umfeld setzt

  • Von Angela Stoll
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.
Gemeinsam kochen und die Küche wieder aufräumen – das gibt dem Alltag Struktur.

Die hölzerne Tür der Jugendstilvilla im Münchener Stadtteil Haar lässt sich problemlos öffnen. Drinnen riecht es nach Rauch, Kaffee und Putzmittel. Einen Pförtner gibt es nicht in diesem Haus, in dem schizophrene Patienten leben. In einem der unteren Zimmer wischt eine junge Frau den Fußboden, ein grauhaariger Mann grüßt freundlich, interessiert sich aber nicht weiter für den Besuch. Im oberen Stockwerk wartet Roswitha Hurtz, Oberärztin in der Soteria, in ihrem Büro. Kein Vorzimmer, keine Sekretärin, bei der man sich anmelden müsste. Schon dieser Eindruck macht deutlich: Hier geht es zwanglos zu.

Das Wort »Soteria« kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie »Rettung« oder »Bewahrung«. Darunter versteht man eine alternative Schizophreniebehandlung, die stark auf Milieutherapie, also auf ein heilsames Umfeld, setzt: Junge Menschen in psychotischen Krisen leben in einer Wohngemeinschaft, teilen sich die Hausarbeit und bekomm...

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