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Eine ganze Insel zieht um

11 000 Menschen verlieren auf Ambae ihre Heimat

  • Von Barbara Barkhausen, Sydney
  • Lesedauer: 2 Min.

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Zweimal in nur einem halben Jahr rumort der Vulkan Manaro auf der Insel Ambae. Die tropische Idylle im Südpazifik ist mit teils bis zu 30 Zentimeter Asche bedeckt. Häuser, Gemüsegärten und Felder sind versengt. Aus dem Krater tritt Gas aus, und die beißende Luft macht das Atmen schwer. Aschewolken verdunkeln den Himmel und bedrohen alles Leben auf der Insel.

Ambae Island ist die Heimat von etwa 11 000 Menschen. Menschen, die im Norden, Westen und Süden der Insel leben, sind am stärksten von der Asche betroffen und wurden laut dem »Guardian« zwei Tage nach der Verhängung des Ausnahmezustands evakuiert. Viele Insulaner seien verängstigt und wollen die Insel so schnell wie möglich verlassen, sagte Nadia Kanegai, eine frühere Assistentin des Premierministers, dem Radiosender RNZ Pacific. »Der Ascheregen bedeckte einen Teil des westlichen Ambae und es war dunkel wegen des Rauches, und die Bevölkerung musste in den Häusern bleiben und konnte nicht nach draußen kommen.«

Ein Priester vor Ort beschrieb die Situation ebenfalls als »verzweifelt«, da den Einheimischen die Nahrungsmittel ausgingen, das Wasser mit Asche verseucht sei und sich Krankheiten ausbreiteten. Derzeit sind die Polizei und einige Hilfsorganisationen bereits vor Ort. Die Armee wird noch diese Woche erwartet, um die Massenevakuierung zu organisieren, die vermutlich dauerhaft sein wird.

Vanuatu ist ein gefährliches Pflaster, wenn es um Naturkatastrophen geht. Erdbeben, Tsunamis, Vulkane, Wirbelstürme und Überschwemmungen suchen den Inselstaat im Pazifik immer wieder heim, der zwischen den Salomonen, Fidschi und Neukaledonien liegt. Vanuatu toppt seit Jahren den Weltrisikoindex, den die Universität der Vereinten Nationen und das Netzwerk Bündnis Entwicklung Hilft herausgeben. Vanuatu verzeichnete 2006 zudem das weltweit vermutlich erste Dorf, das aufgrund des steigenden Meeresspiegels umgesiedelt werden musste.

Trotz der regelmäßigen Katastrophen ist der Inselstaat nicht unbedingt auf Evakuierungen ausgerichtet. Bei der letzten großen Rettungsaktion im vergangenen Jahr mussten die Menschen ihre Evakuierung teils selbst in die Hand nehmen. Verwandte auf anderen Inseln würden Evakuierungszentren organisieren, ohne auf die »Regierung, die kein Geld und keine Ressourcen« hat, zu warten, schrieb Dan McGarry von der »Vanuatu Daily Post« in einem Artikel für den »Guardian« damals. Privatleute organisierten Schiffe und Fähren. Flugzeuge holten die betroffenen Menschen nach und nach von der Insel herunter. Nadia Kanegai mietete damals kurzerhand ein Flugzeug und flog Menschen von ihrer Heimatinsel in Sicherheit.

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