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Auch Hollywood fragte schon mal an

Als Leiterin des nd-Archivs wird Angela Wichmann manchmal auch zur Detektivin

  • Von Heidi Diehl
  • Lesedauer: 3 Min.

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»Hüterin der Schätze«
»Hüterin der Schätze«

Zum Film hat es sie nie gezogen - dennoch bekam sie eine Anfrage von Hollywood: für den Agententhriller »Bridge of Spies«. Das Management fragte bei »neues deutschland« nach, ob es mit Dokumenten aus der Zeit des Kalten Krieges weiterhelfen könne. Für solche Fälle ist man bei Angela Wichmann an der richtigen Adresse, denn als Chefin unseres Archivs ist sie die »Hüterin der Schätze«. Sie weiß, wo man was in den »tausend« Ordnern findet, sie navigiert sicher durch das elektronische Archiv, in dem jede Ausgabe seit Gründung der Zeitung am 23. April 1946 zu finden ist. Und manchmal wird sie sogar zur Detektivin und freut sich wie ein kleines Kind, wenn sie den Fall lösen konnte. Wie jene Anfrage eines Lesers, der bei seiner Familienforschung nicht weitergekommen war und im nd-Archiv seine letzte Hoffnung sah. »Er wollte von uns wissen, ob jemals etwas über seinen Großvater im ›Neuen Deutschland‹ stand, konnte aber nur dessen Namen nennen und dass er in den 50er Jahren in einer LPG gearbeitet hat«, erinnert sich Angela Wichmann. »Tatsächlich konnten wir dem Leser helfen, nach langer Recherche wurden wir fündig.«

Dass die 52-Jährige einmal das nd-Archiv leiten würde, hätte sie selbst nie für möglich gehalten. Denn eigentlich wollte sie Archäologin werden, das aber war für sie 1982 nicht möglich. So legte sie ihren Traum erst einmal zu den Akten und machte eine Ausbildung zur Facharbeiterin für Schreibtechnik beim »Neuen Deutschland«. Dann hast du erst mal einen Beruf, sagte sie sich, und probierst es später noch mal. Die Jahre vergingen, Angela arbeitete in mehreren Ressorts als Sekretärin, wechselte nach der Wende ins zentrale Schreibzimmer, das eines Tages mit dem Archiv zusammengelegt wurde. Als die Abteilungsleiterin in die Rente ging, fragte man die ehrgeizige, junge Frau, ob sie nicht die Leitung übernehmen wolle. »Ja, gern«, lautete die Antwort, »aber nur, wenn ich noch eine Fachausbildung bekomme.« Die machte sie dann berufsbegleitend und ist seit 2008 gemeinsam mit zwei Kolleginnen zuständig für das Archiv: für die tägliche Verschlagwortung der Tagesausgabe, damit man jederzeit schnell fündig wird, die Bearbeitung von Rechercheaufträgen von Mitarbeitern, aber auch von Lesern und anderen Interessierten, die jederzeit auch gern nach Absprache selber im Archiv recherchieren dürfen. Außerdem werten sie täglich eine Reihe von Zeitungen und Zeitschriften nach interessanten Beiträgen aus und dokumentieren diese. Ab und an helfen sie auch Schülern und Studenten bei der Recherche die ihre Hausarbeiten.

Den Traum von der Archäologin hat sich Angela letztlich doch noch irgendwie erfüllt. Denn: »Das Wühlen in alten Bänden ist für mich wie eine Reise durch die jüngere Geschichte. Und im Urlaub werde ich dann zur Altertumsforscherin, weil es meinen Mann und mich stets dorthin zieht, wo jeder Stein eine Geschichte erzählt. Im Mai zum Beispiel in die Toskana und im Herbst ins Perigord, die Wiege der Menschheit, um uns dort unter anderem die Höhle von Lascaux anzuschauen.«

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