Werbung

Ganz arme Vorstellung

Stephan Fischer zu Armut, Hartz IV und Jens Spahn

  • Von Stephan Fischer
  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Im Gepäck hatte Jens Spahn »leckeren Obstkuchen«, als er sich mit der Hartz-IV-Kritikerin Sandra Schlensog traf. Zu einem Selbstversuch, vom Hartz-IV-Budget zu leben, will er sich aber nicht hinreißen lassen: Viele Bürger könnten es als »Farce« empfinden, wenn er versuche, mit ganz schmalem Geldbeutel zu leben - sein »beruflicher Alltag« käme auch dann der realen Lage eines Hartz-IV-Empfängers nicht nahe.

Nein, als eine derbe Komödie würden dies gewiss nicht viele empfinden. Schon gar nicht jene, die von Armut betroffen sind oder unter Hartz IV leiden. Eher als Verhöhnung. Für Obdachlose gibt es keine »Generalprobe« in der Frage, wo sie nächste Nacht schlafen. Für Millionen Vollbeschäftigte keine nächste »Vorstellung« neben einer düsteren, wenn es um ihren Blick ins Alter geht. Für befristet Beschäftigte keine Vorfreude auf die nächste »Spielzeit«, wenn der Vertrag schon in einem halben Jahr wieder endet und ein weiteres »Engagement« im Ungewissen liegt.

Insofern ist es gut, dass Spahn von diesem Selbstversuch absieht - es wäre nicht mehr als ein Theaterstück mit doppeltem Boden. Existenzielle und vorsorgliche Angst, Vereinsamung, Demütigung, die durch Armut millionenfach in vielen Facetten herrscht und droht - das wird einen Jens Spahn wohl nie ereilen. Das sei ihm gegönnt und gewünscht. Nur eins noch: »Kuchen« und »Armut«, wenn auch nicht historisch verbürgt - ein ganz ungünstiger Zusammenprall verschiedener Lebenswelten.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen