Dem Videodrom muss geholfen werden

Die älteste Programm- und Filmkunstvideothek in der Hauptstadt steht vor dem Aus

  • Von Till Mischko
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Im November 1999 wäre es fast schon einmal so weit gewesen. Verstärkt von einem rund 50-köpfigen Polizeiaufgebot drang eine Delegation, bestehend aus Staatsanwaltschaft, Kripo, Sittenpolizei und Wirtschaftsamt, in die Geschäftsräume des Kreuzberger Videodroms sowie in die privaten Wohnungen der Inhaber ein. Gesucht wurde, aus einem bloßen Verdacht heraus, nach bundesweit beschlagnahmten und jugendgefährdenden Filmen. Nahezu 700 Medien wurden damals zum Zweck der Sichtung und Prüfung entwendet, dazu elf Computer aus den Büros und sämtliche Geschäftsunterlagen. Die Ordnungshüter waren nicht wählerisch gewesen: Unter dem konfiszierten Material befanden sich auch Filme von David Lynch, Rainer Werner Fassbinder und Stanley Kubrick. Am Ende der Aktion wurde das Videodrom kurzerhand geschlossen und versiegelt. Die Videothek und ihre Betreiber standen vor dem finanziellen Ruin.

Womit die vermeintlichen Jugendschützer nicht gerechnet hatte...

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