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Aktionstag der Prekären

Musik- und Volkshochschullehrkräfte sowie studentische Beschäftigte fordern bessere Arbeitsbedingungen

  • Von Christian Meyer
  • Lesedauer: 2 Min.

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Etwa 150 Musik- und Volkshochschullehrkräfte demonstrieren vor der Senatsverwaltung für Finanzen, um ihr - wortwörtlich - den Marsch zu blasen. Einige haben dafür Instrumente mitgebracht und fordern in Liedern »Gutes Geld für gute Bildung«. Unterstützt werden sie von KollegInnen der Vivantes Service GmbH (VSG) sowie studentischen Beschäftigten der Universitäten. Sie alle beteiligen sich am Aktionstag gegen prekäre Beschäftigung, zu dem ver.di am Freitag aufgerufen hatte.

»Gute Arbeit statt Scheinselbstständigkeit« steht auf einem Transparent. Hintergrund ist, dass nur etwa 15 Prozent der an Musikschulen Lehrenden fest angestellt sind - und das auch erst seit Kurzem. Vorher lag deren Anteil nur bei sieben Prozent. Im Durchschnitt deutscher Großstädte sind etwa 86 Prozent der Musikschullehrer fest angestellt. Für Berlin fordert ver.di 80 Prozent bis 2025 und erwartet vom Senat, wenigstens die zugesagten 20 Prozent im laufenden Haushaltsjahr zu ermöglichen. Der Senat hat zwar bereits 105 neue Stellen finanziert, dies entspreche jedoch nicht der vereinbarten Steigerung, sagt ver.di-Fachbereichsleiter Andreas Köhn. Vom Senat erwartet er »Verhandlungen auf Augenhöhe«.

Die Anerkennung der Gewerkschaft als »legitimierte Interessensvertreterin« ist auch ein zentrales Anliegen der Volkshochschul-Dozierenden. Ein Vertreter schildert die Situation: »Bezahlte Elternzeit, was ist das?«, fragt er. Das Honorar reiche zudem kaum, um die steigenden Mieten zu bezahlen. Von Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) fordert er die Bereitstellung der notwendigen Gelder. Ver.di-Bezirksvorstand Gotthard Krupp sagt, Berlin sei jahrelang kaputt gespart worden, daran seien aber nicht die Beschäftigten schuld. Diese müssten jetzt zusammenstehen. Als Vorbild nennt er den jüngsten Arbeitskampf der Berliner Feuerwehr.

Auch andernorts im Öffentlichen Dienst wird weiter protestiert: Für die Beschäftigten der VSG ist es inzwischen der 22. Streiktag. Thomas Gapa von der Tarifkommission drängt darauf, »dass sich die Schere zwischen öffentlichem Tarifvertrag und VSG-Gehältern endlich schließt«. Der Abstand betrage teilweise 800 Euro. Vor wenigen Tagen gab es dort aber immerhin eine Einladung zu Sondierungsgesprächen.

So eine Einladung gibt es für die studentischen Beschäftigten nicht. Sie forderten auch am Freitag einen neuen Tarifvertrag.

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