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Viel Rendite mit der Miete

16 Euro pro Quadratmeter für Ein-Zimmer-Neubauwohnungen sind die Regel

  • Von Nicolas Šustr
  • Lesedauer: 3 Min.

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Der Wohnungsmarktbericht der landeseigenen Investitionsbank Berlin ist auch dieses Jahr eine Bilanz des Schreckens. Über die Hälfte aller Wohnungen in Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg wurden 2017 für mindestens zwölf Euro Kaltmiete pro Quadratmeter angeboten. In Charlottenburg-Wilmersdorf fiel knapp die Hälfte aller Angebote in diese Kategorie. Nur ein Prozent der Angebote in diesen Bezirken lagen unter sechs Euro nettokalt. Berlinweit wird ein knappes Drittel der Wohnungen für Quadratmeterpreise ab zwölf Euro angeboten. Marzahn-Hellersdorf mit seinen vielen genossenschaftlichen und landeseigenen Wohnungen ist da fast eine Insel der Glückseligkeit: 44 Prozent der Wohnungen werden für bis zu sieben Euro neu vermietet.

Die mittlere Angebotsmiete ist innerhalb eines Jahres um über einen Euro auf 10,80 Euro nettokalt pro Quadratmeter im vierten Quartal 2017 gestiegen. Anfang 2010 lagen diese noch bei sechs Euro je Quadratmeter.

»Die Herausforderungen werden nicht kleiner«, sagt Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (LINKE) anlässlich der Vorstellung des Wohnungsmarktberichts. »Die stetig steigenden Angebotsmieten machen deutlich, wie wichtig neben dem Neubau auch die Regulierung der Mieten im Bestand ist.«

Denn preiswerte Angebote gibt es im frei finanzierten Neubau praktisch nicht. Ein-Zimmer-Wohnungen ab Baujahr 2002 werden im Mittel für 16 Euro pro Quadratmeter angeboten, dagegen ist die gleiche Größenkategorie in Gründerzeitbauten mit knapp 13 Euro noch fast ein Schnäppchen.

»Bei so krassen Preissprüngen für Miet- und Eigentumswohnungen müssen inzwischen auch bei der Bundesregierung die Alarmglocken schrillen«, sagt Grünen-Wohnungsmarktexpertin Katrin Schmidberger. Auch Katrin Lompscher hält Änderungen im Mietrecht für »dringend notwendig, damit Berlin auch künftig für Menschen mit geringen oder mittleren Einkommen erschwinglich bleibt.

Eine Evaluation der Mietpreisbremse vor einer Verschärfung nennt Reiner Wild, Geschäftsführer des Berliner Mietervereins «unnötige Verzögerungstaktiken». «Wird nicht endlich eingegriffen, ist auch die vielbeschworene Mischung Makulatur», so Wild.

«Die Mietenlawine rollt», sagt Rouzbeh Taheri vom Mietenvolksentscheid. Die angedachten Maßnahmen der Bundesregierung werden sie nicht aufhalten.

Beim bezahlbaren Neubau hält die Stadtentwicklungssenatorin das Modell der kooperativen Baulandentwicklung zur Einbeziehung privater Wohnungsanbieter für einen guten Ansatz. Bei Neubauten, für die ein Bebauungsplan nötig ist, schreibt das sogenannte Berliner Modell einen Anteil von 30 Prozent gefördertem Wohnraums vor.

«Der Senat muss den Neubau durch Genossenschaften endlich besser fördern», fordert Schmidberger. Bisher geschehe in dem Bereich zu wenig. Lompscher hält Genossenschaften allerdings für einen «wichtigen Partner».

Gleichzeitig werden Mietwohnungen im großen Stil in Eigentum umgewandelt. Allein zwischen 2012 und 2016 wurden mehreren Kiezen Friedrichshain-Kreuzbergs über zehn Prozent der Bestände umgewandelt. Allein 2016 waren es im gesamten Bezirk 2,3 Prozent aller Mietwohnungen. Berlinweit hat sich die Zahl jedoch reduziert - von 17 331 Umwandlungen auf 13 225. Trotzdem waren das 0,8 Prozent des Bestands.

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