Werbung

Dresden verliert und feiert

Dynamo bleibt trotz der 0:1-Niederlage gegen den 1. FC Union Berlin zweitklassig

  • Von Alexander Ludewig, Dresden
  • Lesedauer: 4 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Der Dresdner Haris Duljevic (rechts) im Zweikampf mit dem Unioner Christopher Trimmel
Der Dresdner Haris Duljevic (rechts) im Zweikampf mit dem Unioner Christopher Trimmel

Etwas Brisanz hatte der 1. FC Union aus der Partie am Sonntag bei Dynamo Dresden genommen. Da die Berliner vor einer Woche den Klassenerhalt sichern konnten, wurde das Ostderby am letzten Spieltag dieser Zweitligasaison nicht auch noch zum gegenseitigen Kampf gegen den Abstieg. Und für die SGD auf Rang 13 drohte die 3. Liga auch nur als theoretische Gefahr. Am Ende konnten die Sachsen selbst nach der 0:1 (0:0)-Niederlage den Klassenerhalt feiern.

Dass die Paarung dennoch Zündstoff hat, verriet die Stimmung im mit fast 31 000 Zuschauern ausverkauften Dresdner Stadion. Ihre gegenseitige Abneigung bekundeten beide Fanlager lautstark - und fast ebenso leidenschaftlich wie die Liebe zum eigenen Verein. Unions Trainer André Hofschneider hatte schon vor der Reise nach Dresden gesagt: »Einmal in einer Saison gegen die Gelben zu verlieren, ist schon schlimm genug.«

Der Antrieb der Berliner, die 0:1-Niederlage aus dem Hinspiel vergessen zu machen, war anfangs stärker als der Dresdner Wille, die letzten Zweifel am Klassenerhalt wegzuschießen. Zwar kamen die Sachsen immer mal über ihre rechte Seite in die Nähe des Berliner Tores, doch mit einem ruhigen, guten Spielaufbau kontrollierte Union das Geschehen - und hatte die ersten Chancen durch Marcel Hartel und Kenny Redondo in den ersten zehn Minuten. Die beste Berliner Chance der ersten Halbzeit hatte Innenverteidiger Toni Leistner, dessen Kopfball nach einer Ecke in der 14. Minute nur knapp das Dresdner Tor verfehlte.

Das war der Weckruf für Dynamo. Die Gastgeber waren jetzt das aktivere Team und griffen mutiger und variabler an - und kamen so zu einem halben Dutzend guter Chancen. Mal verhinderte ein Berliner Abwehrbein die Dresdner Führung, oder es wurde zu ungenau gezielt, so dass sich auch Unions Torwart Daniel Mesenhöler auszeichnen konnte. In der 33. Minute wäre er machtlos gewesen, aber Dresdens Linksverteidiger Philip Heise traf aus vollem Lauf nur die Latte. Torlos verabschiedeten sich die Teams in die Halbzeitpause.

Die schlechte Chancenverwertung und die Heimschwäche begleiteten Dynamo durch die gesamte Saison. Vor der Partie gegen Berlin lagen die Dresdner mit nur fünf Siegen am Ende der Heimtabelle. Eine Stärke des Vereins ist aber, dass er mittlerweile auch in schwierigen Phasen ruhig bleibt. So vertraut man weiterhin der Arbeit von Trainer Uwe Neuhaus. Zu Recht: 2015 kam er nach Dresden, stieg mit der SGD gleich im ersten Jahr auf und führte das Team in der vergangenen Saison auf Rang fünf.

Dass es in dieser Spielzeit wesentlich schlechter lief als erwartet, haben beide Klubs gemeinsam. Der Unterschied: Union wollte aufsteigen. Aber nach einigen Zerwürfnissen, wie der Entlassung von Trainer Jens Keller oder manch Missstimmung in der Mannschaft, spielten auch die Berliner lange Zeit gegen den Abstieg. »Eine neue und schmerzliche Erfahrung« - so blickte jüngst Unions Präsident Dirk Zingler auf die vergangenen Monate zurück. Nach einer jahrelangen positiven Entwicklung war es für die Köpenicker ein verlorenes Fußballjahr.

Und so war das Ostderby in Dresden schon dafür wichtig, sich mit einem guten Gefühl in den Urlaub verabschieden zu können. Allein der Wille der elf Rot-Weißen auf dem Dresdner Grün war in der zweiten Hälfte lange nicht zu erkennen. Die Angriffsbemühungen hielten sich in Grenzen, wirkliche Torchancen konnte sich der 1. FC Union kaum erspielen. Bis zur 82. Minute: Der eingewechselte Linksverteidiger Kristian Pedersen flankte auf den ebenfalls eingewechselten Stürmer Philipp Hosiner, der den Ball mit der Fußspitze zum Führungstreffer über die Linie beförderte.

Weil die Gastgeber bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen auch nicht mehr ganz so spritzig und zielstrebig wie zum Ende der ersten Halbzeit auftraten, blieb es zugleich der Siegtreffer. Dynamo hatte zuvor zwar noch die Chance auf den Sieg gesucht - konnte sie bei nur vier verheißungsvollen, aber nicht wirklich zwingenden Angriffen jedoch nicht nutzen. Die beste Möglichkeit vergab der eingewechselte Stürmer Pascal Testroet nach 80 Minuten. Sein Kopfball aus zehn Metern war für Mesenhöler im Unioner Tor kein großes Problem.

Der 1. FC Union kletterte mit dem Sieg noch auf Rang acht, Dynamo Dresden bleibt als Tabellen-14. zweitklassig. Für den FC Erzgebirge Aue geht diese Saison noch in die Verlängerung. Durch die 0:1-Niederlage bei Darmstadt 98 rutschten die Veilchen noch auf den Relegationsrang und spielen nun gegen den Drittligadritten Karlsruher SC um den Verbleib in Liga zwei. Zweiter Absteiger nach dem 1. FC Kaiserslautern ist Braunschweig - die Eintracht verlor am Sonntag mit 2:6 in Kiel.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Die Serie aus dem studentischem Kosmos.

Leben trotz Studium?!

Jetzt 14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt lesen und keine Folge verpassen.

Kostenlos bestellen!