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Hoffnungsschimmer für Ledvance

Standort in der Stadt soll erhalten bleiben, 80 von 200 Arbeitsplätzen fallen aber weg

Um Arbeitsplätze zu kämpfen, das kann sich auszahlen. Diese Erfahrung machen aktuell die Beschäftigten des Leuchtmittelherstellers Ledvance. Nach Protesten, bei denen auch mehrstündige Mahnwachen abgehalten wurden, sieht es so aus, als wenn der Standort in Spandau erhalten bleiben könnte. Monatelang hatten Belegschaft, Vertrauensleute, Betriebsräte, IG Metall und die Geschäftsführung um den Standort gerungen.

Das Ergebnis der Gespräche ist: Von den 200 Arbeitsplätzen sollen 120 erhalten werden. Die übrigen 80 Beschäftigten müssen das Unternehmen bis zum Jahresende verlassen. Sie können entweder für ein Jahr in eine Transfergesellschaft wechseln oder sich eine Abfindung auszahlen lassen. Sollte dies alles fristgemäß umgesetzt werden, bietet der Arbeitgeber den verbliebenen Kollegen eine Beschäftigungszusicherung bis 2020.

»Eine beschlossene Standortschließung abzuwenden, braucht überzeugende Konzepte, eine engagierte und kämpferische Belegschaft und einen Schuss Glück«, sagte Regina Katerndahl, die Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Berlin. Im Fall Ledvance werde mit dem erreichten Ergebnis deutlich, dass man beides gehabt und sich der Einsatz aller gelohnt habe.

Auch Klaus Abel, der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Berlin, lobte den Arbeitskampf: »Ich bedanke mich bei den Beschäftigten für ihren monatelangen Dauereinsatz bei Mahnwachen, Demonstrationen und gegenseitigem Mutmachen.« Die Gewerkschaft begrüßte aber auch den großen Zuspruch aus der Bevölkerung und vonseiten des rot-rot-grünen Senats und des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD), die den Beschäftigten von Ledvance genau wie bei Siemens zur Seite gestanden und die sich für die Arbeitsplätze eingesetzt hätten.

Im Ledvance-Lampenwerk in Spandau arbeiten bislang 200 Beschäftigte. Im März 2017 hatte Osram die ein Jahr zuvor seine in Ledvance umbenannte Sparte an ein Konsortium um den chinesischen Investor MLS verkauft. Die IG Metall hatte seinerzeit gemutmaßt, dass es den chinesischen Investoren nur darum gegangen sei, einen Marktzugang nach Deutschland und Europa zu sichern. Grundsätzlich ist das Geschäft mit Lampen und Glühbirnen seit Jahren rückgängig. Auch Ledvance war davon nicht ausgenommen, das Unternehmen schrieb hohe Verluste. Für die IG Metall und die Belegschaft war dennoch klar, dass es mit dem vorhandenen Produktionswissen, den technischen Anlagen und der Bandbreite an Produkten möglich sein muss, eine Zukunft für die Fabrik zu schaffen. Der Senat hatte auch immer wieder Forschungskooperationen mit bestehenden Einrichtungen in Berlin angeregt, um neue Produkte zu entwickeln.

»Wie von Siemens erwarten wir auch von Ledvance innovative Produkte, um langfristig und nachhaltig Arbeitsplätze zu sichern«, erklärte Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) am Montag. Dafür böte Berlin die besten Rahmenbedingungen. Der Senat stehe weiterhin mit dem Arbeitgeber und der Belegschaft in Kontakt und unterstütze gerne, so die Wirtschaftssenatorin.

Angesichts des Verlusts von fast der Hälfte der Arbeitsplätze dürfte die Unterstützung des Senats weiter dringend notwendig sein. »Wir verlieren rund 80 Kolleginnen und Kollegen, und das ist bitter«, sagte der Betriebsratsvorsitzende von Ledvance, Andy Deininger. Aber man habe auch circa 120 Arbeitsplätze erhalten und das Werk vor dem Ende retten können. »Die Belegschaft hat alles gegeben und damit einen Erfolg erzielt, der den Fortbestand ermöglicht«, sagte Deininger.

Der Bundestagsabgeordnete Pascal Meiser (LINKE) sieht zwar ebenfalls den »beherzten« Protest der Beschäftigten als ursächlich für den »Teilerfolg« des Erhaltes des Standortes in Spandau an. Unter dem Strich bleibe aber auch der Verlust von fast der Hälfte der Arbeitsplätze. »Um zu verhindern, dass es künftig immer wieder zu Erpressungssituationen wie bei Ledvance kommt, muss die Bundesregierung endlich die wirtschaftliche Mitbestimmung der Beschäftigten und ihrer Gewerkschaft stärken«, sagte Pascal Meiser dem »neuen deutschland«.

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