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Ein fatales Signal

Nord Stream 2 startet Pipelinebau in deutschen Gewässern

  • Von Martina Rathke, Greifswald
  • Lesedauer: 2 Min.

Der Pipelinebauer Nord Stream 2 hat in den deutschen Gewässern mit den Bauarbeiten für die umstrittene Ostseepipeline begonnen. Wie ein Unternehmenssprecher auf Anfrage sagte, starteten die Arbeiten am Dienstag nahe des Anlandepunkts Lubmin mit Baggerarbeiten für den Unterwassergraben, in dem die Pipeline verlegt werden soll. Laut Planfeststellungsbeschluss des Bergamts Stralsund sind die Arbeiten dort ab Dienstag möglich.

Der Umweltverband NABU kritisierte den Baustart. »Das Beteiligungs- und Klagerecht der Naturschutzverbände wird von Nord Stream 2 mit Füßen getreten«, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Der Umweltverband hatte gegen die Genehmigung geklagt und wollte den Baustart mit einem Eilantrag und einer Zwischenverfügung verhindern. Das Gericht hatte dem Pipelinebauer bis Freitag eine Stellungnahmefrist eingeräumt. Miller bezeichnete den Baustart als »fatales Signal«. Weder Gerichte noch Politik schienen in der Lage zu sein, eine unabhängige Prüfung dieses fragwürdigen Mammutprojekts sicherzustellen, bevor ein Umweltschaden eintrete, sagte Miller.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) vermittelt derzeit in Moskau und Kiew im Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine. Nord Stream 2 wies die Kritik des NABU zurück. Entgegen den Behauptungen des NABU beruhe der Planfeststellungsbeschluss auf einem fehlerfreien Verfahren. Dieser habe unter anderem auch nachgewiesen, dass die Pipeline »der wirtschaftlich und ökologisch effektivste Weg ist, Gas aus den weltweit größten Vorkommen zum Verbraucher in Deutschland und Mitteleuropa zu transportieren«.

Die 1200 Kilometer lange Erdgaspipeline mit einer Jahrestransportkapazität von 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas von Russland nach Deutschland ist politisch umstritten. Bislang fehlen noch Genehmigungen aus Dänemark, Russland und Schweden. Die Pipeline soll nach Nord Stream-Angaben Ende 2019 fertiggestellt sein.

Im Greifswalder Bodden sind seit Dienstag fünf Baggerschiffe damit beschäftigt, den Doppelrohrgraben auf dem Meeresgrund auszuheben, wie Nord Stream 2 mitteilte. Die Pipeline soll im deutschen Anlandebereich auf einer Länge von 28 Kilometern in einem etwa 35 Meter breiten Graben und dann auf weiteren 22 Kilometern in schmaleren Einzelgräben im Meeresboden versenkt werden. In den tieferen internationalen Gewässern wird die Pipeline auf dem Meeresboden liegend verlegt.

Wie bei der ersten Nord-Stream-Trasse soll das bei den Baggerarbeiten ausgehobene Sediment auf einem marinen Zwischenlager vor der Insel Usedom abgelegt werden, wie ein Sprecher sagte. Das Sediment, das nicht zur Wiederverfüllung des Grabens benötigt werde, gehe nach Sassnitz-Mukran. Dort werde das Material bei der Hafenerweiterung verbaut. Aufgrund der Bauarbeiten kann es zu Einschränkungen für Seefahrer kommen. Nord Stream 2 verwies auf die Bekanntmachungen des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes sowie auf Infoflyers, die in den Marinas ausliegen. dpa/nd

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