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Holstein Kiel? Kenn ich nicht!

Der VfL Wolfsburg muss erneut in die Relegation und könnte diesmal an seiner Arroganz scheitern

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Kiels Stadion ist nicht erstligatauglich, das Team will es sein.
Kiels Stadion ist nicht erstligatauglich, das Team will es sein.

Holstein Kiel rechnet sich gute Chancen aus, als dritter Zweitligist seit 2009 in der Relegation aufzusteigen. Dafür gibt es gute Gründe, auch wenn die Spiele gegen den VfL Wolfsburg ein ungleiches Duell sind.

Von Carsten Lappe, Wolfsburg

Selten zuvor waren die Gegensätze in der Bundesligarelegation so groß wie beim Duell VfL Wolfsburg gegen Holstein Kiel. Dennoch zittert der mit rund 70 Millionen Euro pro Saison von Volkswagen unterstützte Fußball-Bundesligist vor dem Zweitligadritten mit dem Etat von nur 6,2 Millionen und einem Stadion, das von der Eliteliga jüngst als zu klein eingestuft wurde. »Für die ist es das größte Highlight der Saison«, sagte Wolfsburgs Kapitän Paul Verhaegh vor dem Hinspiel am Donnerstagabend. »Sie haben etwas sehr Schönes geschafft. Die können nur gewinnen, wir alles verlieren.«

Vor einem Jahr war Kiel noch Drittligist, Wolfsburg rettete sich bereits damals erst in der Relegation. Zwei Trainerwechsel folgten, doch der erste Bundesliga-Abstieg droht dem VfL nun erneut. »Wir brauchen wirklich eine Spitzenleistung, um als Sieger vom Platz zu gehen«, sagte Wolfsburgs Trainer Bruno Labbadia. Fast schien es so, als wolle er Holstein Kiel sogar zum Favoriten erklären.

»Man merkt, dass die Mannschaft schon länger zusammenspielt. Die Automatismen stimmen. Holstein Kiel hat Qualität. Das ist eine eingespielte Truppe. Das können wir gar nicht sein«, meinte Labbadia noch, bevor er dann doch irgendwann eingestand: »Wir sind der Bundesligist, und wir nehmen die Favoritenrolle an.«

Denkt man nur an die finanziellen Möglichkeiten, spricht alles für den VfL. Der addierte Marktwert aller Wolfsburger Spieler ist in etwa zehnmal so hoch wie der der Kieler Mannschaft. Viel mehr spricht aber nicht für Wolfsburg. In punkto Euphorie, Form und Mentalität ist der Außenseiter im Vorteil. »Die Relegation ist ein anderer Wettbewerb. Man hat zwei Spiele vor der Brust. In denen kann alles passieren«, sagte Kiels Erfolgstrainer Markus Anfang, der auf jeden Fall zweitklassig bleiben wird. In der kommenden Saison betreut er den Erstligaabsteiger 1. FC Köln.

Seine Kieler Spieler könnten zuvor mit dem Aufstieg gegen den Meister von 2009 und Pokalsieger von 2015 eine Sensation schaffen. Seit Wiedereinführung der Relegation 2009 setzte sich nur zweimal der Zweitligist durch. »So eine Statistik lügt nicht. Der Sprung von der 2. in die 1. Bundesliga ist von allen der größte«, behauptete Kiels Kapitän Rafael Czichos. Ausgeschlossen scheint der Coup aber dennoch nicht. Während der in dieser Saison offensivstärkste Zweitligist Kiel vor allem als Kollektiv überzeugte, bot der VfL seinen Anhängern wieder einmal das komplette Gegenteil.

Lediglich ein Heimspiel gewann Wolfsburg im Jahr 2018 - am letzten Spieltag gegen den bereits feststehenden Absteiger Köln. Unter Druck und bei Rückschlägen fiel das Team unter allen Trainern in dieser Chaos-Saison - Andries Jonker, Martin Schmidt und nun Bruno Labbadia - regelmäßig auseinander. Auch die Außendarstellung war mindestens verbesserungswürdig.

Am vergangenen Wochenende wurde der aus Liverpool vor der Saison ausgeliehene belgische Angreifer Divock Origi im »Aktuellen Sportstudio« des ZDF gefragt, ob er Holstein Kiel kenne. »Nein«, antwortete Divock und sagte zur Bemerkung, dass dies der Gegner in der Relegation sei: »Ah, interessant.« Eine bessere Motivation hätte der 23-Jährige dem Gegner wohl kaum noch liefern können. Ziemlich peinlich war dieser Auftritt, fand sogar Origis eigener Kapitän Paul Verhaegh. »Das ist nicht so super gelaufen«, sagte der Niederländer. »Normalerweise sollte man den Verein kennen, wenn man ein bisschen den Fußball verfolgt.« dpa/nd

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