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Söder plant runden Tisch zu Werten, Kultur und Identität

Der bayerische Ministerpäsident will mit Kritikern über die Identität des Landes diskutieren

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Markus söder steht wegen der Kreuz-Pflicht an bayerischen Behörden in der Kritik. Nun plant er einen runden Tisch zu Identität
Markus söder steht wegen der Kreuz-Pflicht an bayerischen Behörden in der Kritik. Nun plant er einen runden Tisch zu Identität

Berlin. Mit seinem Kreuz-Erlass für bayerische Behörden hat Ministerpräsident Söder bundesweit Lob, aber auch viel Kritik auf sich gezogen. Nun schlägt er einen runden Tisch zu Werten, Kultur und Identität des Landes vor. »Natürlich haben wir eine klare Haltung, aber wir sind offen für das Gespräch«, sagte der Ministerpräsident in München. »Das soll mit einem großen runden Tisch erfolgen, der sich über einen längeren Zeitraum austauscht.«

Dazu einladen will der Ministerpräsident Vertreter der beiden großen christlichen Kirchen. Aber auch andere Religionsgemeinschaften, wie die jüdischen Gemeinden und Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Kultur sollen am Tisch sitzen. »Ausdrücklich soll es auch ein Gesprächsangebot an Kritiker sein.«

Auf Initiative Söders hatte das bayerische Kabinett kürzlich beschlossen, dass im Eingangsbereich jeder Landesbehörde ein Kreuz aufgehängt werden soll - als Zeichen der kulturellen Prägung. Dies wurde auch in Kirchenkreisen als Instrumentalisierung des Kreuzes für Wahlkampfzwecke kritisiert. Johann Hinrich Claussen, der Kulturbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland warf Söder jüngst vor, es werde mit dem Kreuz als Identitätssymbol gespielt.

Söder sieht den runden Tisch nun als Angebot an seine Kritiker. »Uns ist wichtig, dass wir mehr miteinander reden anstatt nur übereinander«. Man wolle die Frage diskutieren: »Was bringt ein Land zusammen?«

Losgehen soll es nach den Pfingstferien, also im Juni, mit ungefähr 20 bis 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Nach dem ersten runden Tisch soll es dann voraussichtlich in einzelnen Gesprächskreisen weiter geben. »Wir wollen keinen klassischen Gipfel mit formalen Positionen, sondern einen offenen Austausch, mit persönlichen Wertungen und Empfindungen«, erklärte Söder. »Es geht um das offene Wort - und Zuhören. Für mich ist auch wichtig zuzuhören.«

Wie sehr der runde Tisch wirklich die Kritik an Söder und seinem Kreuz-Erlass eindämmen kann, bleibt abzuwarten. In den christlichen Kirchen gab es sehr diverse Meinungen zu Söders Kruzifix-Entscheidung. Auch aus der Politik hagelte es Kritik. LINKEN-Chef Bernd Riexinger dazu: »Statt jeder Behörde ein Kreuz zu verordnen, sollte die CSU sich lieber wieder auf christliche Werte wie Nächstenliebe besinnen. Da haben Söder und Co. massiv Nachholbedarf.« dpa/nd

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