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  • Relegation zwischen Karlsruhe und Aue

Gegen Aue und den Fluch

Im Duell um den Zweitligaplatz will der Karlsruher SC sein Relegationstrauma überwinden

  • Von Christoph Ruf, Karlsruhe
  • Lesedauer: 3 Min.

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In dieser Woche trainieren sie beim Karlsruher SC hinter verschlossenen Türen. Das Geheimtraining soll es Spionen aus dem Erzgebirge schwerer machen, sich auf das Relegationshinspiel an diesem Freitag einzustellen. Auch akustisch drang zuletzt nicht viel aus dem Wildpark heraus. Mit Verteidiger Daniel Gordon, Sportdirektor Oliver Kreuzer und Trainer Alois Schwartz übten sich drei KSC-Vertreter in der Kunst, freundlich und wortreich Auskunft zu geben, ohne etwas zu sagen. »Wir gehen es so an, dass wir nach beiden Spielen das Resultat haben, das ausreicht«, antwortete der Coach auf die Frage nach der Taktik.

Tatsächlich kann der Drittligist etwas gelassener in die beiden Spiele gehen als die Auer, die nach eigener Rechnung vier Punkte mehr auf ihrem Zweitligakonto haben müssten - wenn die Unparteiischen spielentscheidende Situationen richtig gedeutet hätten. Der FC Erzgebirge wäre dann Zehnter geworden und müsste sich nicht in zwei Spielen gegen den Drittligadritten herumärgern. Umso misslicher, dass es sich bei dem um eine Mannschaft handelt, die den Wind in den Segeln hat. Nach dem vergurkten Saisonstart unter dem unerfahrenen Marc-Patrick Meister übernahm nach dem fünften Spieltag Alois Schwartz, der dem Team defensive Stabilität verordnete - wohl wissend, dass er in der Offensive mit Anton Fink und dem 17-fachen Torschützen Fabian Schleusener genügend Qualität hat, um das Team nach oben zu bringen. Von Oktober bis April blieb der KSC 21 Spiele ungeschlagen, erst am letzten Spieltag riss die Serie von zuvor 16 Heimspielen ohne Niederlage.

Beeindruckende Zahlen - doch die durfte man angesichts des vom Vizepräsidenten Günter Pilarsky abgesicherten Budgets eigentlich auch erwarten. Karlsruhe ging mit dem höchsten Etat aller Drittligisten in die Saison und setzte alles auf den sofortigen Wiederaufstieg. Sollte der in den beiden Spielen gegen Aue nun nicht gelingen, wird es auch finanziell eng. Bei allen Fragen nach der mittelfristigen Zukunftsplanung verweist man auf den geplanten Stadionneubau, mit dem mehr Einnahmen generiert werden sollen. Stadt und Land strecken die Kosten von 123 Millionen Euro vor, die der Klub über 30 Jahre gestaffelt abstottern soll. Im Herbst 2019 sollen die Bauarbeiten beginnen.

Dabei ist es einigermaßen skurril, dass für den KSC das Erreichen des Relegationsplatzes das Nonplusultra für diese Spielzeit war. Denn Entscheidungsspiele haben den Badenern zuletzt kein Glück gebracht. 2012 setzte sich Drittligist Jahn Regensburg gegen den KSC durch. Ungleich traumatischer ging es am 1. Juni 2015 zu, als Karlsruhe gegen den Hamburger SV nach einem 1:1 im Hinspiel bis kurz vor Ende der Verlängerung 2:1 führte, ehe Schiedsrichter Manuel Gräfe ein Handspiel des Karlsruhers Jonas Meffert sah. Dass er das als einziger sah, änderte nichts daran, dass kurz darauf der HSV jubelte, weil Marcelo Diaz per Freistoß ein Tor für sein Team schoss.

»Der KSC begrüßt den HSV mit drei Jahren Verspätung in der zweiten Liga«, jubelten Karlsruher Fans nun nach dem Abstieg der Hamburger - in einer Mischung aus Häme, Bitternis und viel Wunschdenken. Denn mit der Aussage, die Chancen auf den Aufstieg stünden »50:50« hat Sportdirektor Kreuzer Recht. Bestenfalls 50:50, muss man ergänzen. Denn zum einen ist Aue die spielerisch stärkste Mannschaft aus dem unteren Tabellendrittel der zweiten Liga. Und zum anderen kann es durchaus so kommen, wie Karlsruhes Torwart Benjamin Uphoff befürchtet: »Die können nach den Ereignissen vom Sonntag verunsichert auftreten - oder mit einer Jetzt-erst-recht-Mentalität.«

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