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Bayern München hat die doppelte Pokalchance

Endspiele in Köln und Berlin: Die FCB-Frauen müssen gegen Wolfsburg ran, die Männer messen sich mit der Frankfurter Eintracht

  • Von Andreas Morbach, Köln
  • Lesedauer: 3 Min.

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Thomas Wörle kann sich noch lebhaft an das letzte Pokalfinale der Münchner Fußballerinnen erinnern. Bei der dritten Endspielteilnahme gelang den Frauen des FC Bayern der bislang einzige Erfolg, ein 2:0 gegen den 1. FFC Frankfurt in Köln. Fünf Stunden später an jenem 12. Mai 2012 zerlegte Dortmund die stolze Männerabteilung der Bajuwaren in Berlin mit 5:2. Wobei Wörle, schon damals Cheftrainer der FCB-Kickerinnen, das kleine Trostpflaster für die Klubbosse kennt. »Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß haben vor sechs Jahren unser Finale im TV verfolgt. Sie waren begeistert«, erzählt der 36-Jährige am Freitag in Köln.

Die Metropole am Rhein ist am Samstag zum neunten Mal in Folge Gastgeberin des Frauenendspiels. Diesmal fordern die Bayern die frisch gekürten Meisterinnen aus Wolfsburg heraus. »Wir sind klarer Außenseiter, dürfen gegen die vielleicht beste Mannschaft Europas spielen. Das ist grandios für uns«, betont Wörle. Die Favoritenrolle will Lena Goeßling auch gar nicht abgeben. Wolfsburgs Nationalspielerin betont im Namen des viermaligen Meisters und Pokalsiegers 2013 und 2014 sowie Champions-League-Siegers: »Man kann immer noch mehr Titel gebrauchen.«

Das ist auch das Motto der Münchner Männer, die sich am Abend in der Hauptstadt mit Frankfurt duellieren. Der Verein aus dem Freistaat kann an einem Tag also zwei Trophäen abräumen. Der Idee, einen möglichen Doppelerfolg in München gemeinsam zu feiern, begegnet Wörle aber recht devot. »Wir haben noch ein Spiel zu spielen. Es war gar nicht in meinem Fokus, darüber nachzudenken«, erklärt er. Und ergänzt: »Meisterschaften haben wir auch schon mal zusammen gefeiert. Der Verein ist sehr bemüht, gemeinsam aufzutreten.«

Mittelfeldspielerin Melanie Leupolz, die neben Wörle sitzt, hat den Worten ihres Trainers nichts hinzuzufügen - sie lächelt. Ebenso die 32-jährige Goeßling, die vier Stühle weiter neben VfL-Coach Stephan Lerch Platz genommen hat und sich einen Kommentar zu einer denkbaren Double-Feier auf dem Wolfsburger Rathausplatz verkneift. Im Vorjahr wurde der Termin gestrichen, weil die VfL-Männer gerade um ihre Zugehörigkeit zur Bundesliga bangten. »Die Mannschaft hat es zuerst aus den Medien erfahren. Das tut uns schon weh«, sagte Lerchs Vorgänger Ralf Kellermann, inzwischen zum Sportlichen Leiter aufgestiegen, damals über die Entscheidung der Klubspitze, die Feierlichkeiten auf den Beginn der nächsten Saison zu verlegen. Aus Rücksicht auf die prekäre Lage der VfL-Männer.

Nun ist die Situation ähnlich: Wolfsburgs Herrschaften gehen nach dem 3:1 im Relegationshinspiel gegen Zweitligist Kiel am Montag ins entscheidende Duell. Und gefeiert wird bei den VfL-Frauen, die am Donnerstag kommender Woche noch im Königsklassenfinale gegen Olympique Lyon antreten, erneut erst später. Am 3. Juni bestreiten die Wolfsburgerinnen ihr letztes Ligaspiel gegen Köln. Lerch berichtet: »Der Oberbürgermeister hat angekündigt, dass es dann eine Ehrung am Rathaus geben wird. Darauf freuen wir uns.« Am Donnerstagabend verfolgte sein Team das erste Relegationsspiel der Männer. »Wir haben die Daumen gedrückt. Das ist ein Verein, man verfolgt das«, erwähnt Lena Goeßling. Und lächelt dazu ein bisschen.

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