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Weichgespültes Klimagesetz

BUND pocht in Thüringen auf Umsetzung von Naturschutzplänen

Erfurt. Zögern bei der Ausweisung von Naturschutzgebieten und ein »weichgespültes« Klimagesetz - aus Sicht der Umweltschutzorganisation BUND Thüringen lässt sich noch an einigen Stellschrauben für den Naturschutz drehen. Auch wenn vieles auf den Weg gebracht worden sei, müssten die Pläne endlich umgesetzt werden, forderte Landesvorsitzender Ron Hoffmann am Donnerstag in Erfurt. So sei es nötig, das Grüne Band entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze wie im rot-rot-grünen Koalitionsvertrag vereinbart zum Nationalen Naturmonument zu erklären und es so besonders streng zu schützen. »Thüringen könnte damit eine Vorreiterrolle einnehmen und andere Bundesländer nachziehen.«

Zuletzt wurden etwa im Umweltausschuss des Landtages Unklarheiten zu den Naturmonument-Plänen diskutiert. Unter anderem ging es um Fragen des Hochwasserschutzes. Naturräume im Grünen Band sind für die Artenvielfalt wichtig.

Weiter kritisierte Hoffmann, dass in der Südharzer Gipsabbau-Region das auch im Koalitionsvertrag festgehaltene Biosphärenreservat noch auf sich warten lasse. »Die Verordnung ist zwar längst auf dem Weg gebracht, wird aber nicht unterschrieben.« Arbeitsplätze dürften nicht gegen den Naturschutz abgewogen werden. »Das Gipsaufkommen dort ist endlich. Früher oder später muss sich die Region damit beschäftigen.«

Ökonomische Interessen vermutet der BUND hinter den Problemen, Flächen für eine aus der Forstwirtschaft herausgenommene Waldwildnis am Possen festzulegen. Vorschläge des Verbands für mögliche Areale seien Thüringen Forst ein Dorn im Auge, so Hoffmann. Dort befänden sich für die Landesanstalt attraktive Holzbestände. Unzufrieden ist der Verein auch mit dem Thüringer Klimagesetz. »Es ist ein mutiges und gutes Signal, aber weichgespült durch Wirtschaftsinteressen.« Das Gesetz lasse zu viele Spielräume, stattdessen müssten Mindestziele beim Abbau von klimarelevanten Gasen festgesetzt werden.

Der BUND ist, so Hoffmann, in den vergangenen sechs Jahren kontinuierlich gewachsen. Inzwischen habe man gut 5700 Mitglieder in Thüringen - mehr als manche Partei. dpa/nd

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