Werbung

Hohle Phrasen

Simon Poelchau über die schwarze Liste der Steueroasen

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Man könnte meinen, dass es auf der Welt fast keine Steueroasen gibt und ihre Zahl zudem täglich schrumpft. Dieser Eindruck entsteht zumindest, wenn man den EU-Finanzministern zuhört. Diese haben mal wieder zwei Karibikstaaten - Bahamas sowie St. Kitts and Nevis - von ihrer schwarzen Liste der Steueroasen gestrichen. Damit gibt es nach Angaben der EU nur noch sieben. Als die EU Ende vergangenen Jahres ihre Liste aufstellte, zählte sie immerhin noch 17 Länder.

Dabei monierten schon damals etliche Experten, dass die schwarze Liste nicht mehr als symbolischer Aktivismus nach der Veröffentlichung von Skandalen wie den Panama oder Paradise Papers sei. Wirkliche Schwergewichte in der internationalen Geldwäsche und Finanzindustrie wurden nicht draufgesetzt, stattdessen erschienen aus politischen Gründen eher unbedeutende Länder auf der Liste. Gleichzeitig stand nie auch nur zur Debatte, dass sich innereuropäische Steueroasen auf der EU-Liste wiederfinden. Und Strafen mussten die betroffenen Finanzdirektionen schon gar nicht fürchten.

So ist die abermalige Streichung von Ländern von der schwarzen Liste der Steueroasen nur ein weiterer Akt in einem europäischen Trauerspiel. Er beweist auch, dass die starken Worte, die die Finanzminister Europas in ihren Wahlkampfreden und Talkshow-Auftritten gegen Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Steuervermeidung finden, nicht mehr als hohle Phrasen sind. Sonst würden sie nicht so handeln.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Die Serie aus dem studentischem Kosmos.

Leben trotz Studium?!

Jetzt 14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt lesen und keine Folge verpassen.

Kostenlos bestellen!