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Festival soll die Stadt neu aufmischen

  • Von Nicolas Šustr
  • Lesedauer: 2 Min.

»Wir müssen die Stadt neu aufmischen«, sagt Francesca Ferguson, Initiatorin und Kuratorin des MakeCity-Festivals »für Architektur und Andersmachen«, wie der Untertitel der am Donnerstag beginnenden Veranstaltung lautet. Bis zum 1. Juli sollen Fallbeispiele, Prototypen und Lösungen für die künftige Stadtentwicklung gezeigt werden. 280 Veranstaltungen, darunter viele Führungen in innovativen Projekten wie dem Holzmarkt in Friedrichshain, zählt das Programm - die meisten davon nach Anmeldung kostenfrei. Das Leitbild der Berliner Mischung aus Wohnen und Arbeiten sowie verschiedener sozialer Milieus hat das Motto der nach 2015 zweiten Ausgabe des Festivals, »Berlin Remixing«, hervorgebracht. Die Veranstalter rechnen mit insgesamt 20 000 Besuchern, Laien wie Fachleuten.

»Berlin ist offensichtlich der ideale Ort für die Veranstaltung«, erklärt Bausenatorin Katrin Lompscher (LINKE). Es gebe schließlich eine Vielzahl von Akteuren und Projekten in der Stadt. Sie hebt die derzeit laufende »Systematisierung der Bürgerbeteiligung« hervor. »Uns wird häufig gesagt, dass Bürgerbeteiligung nervt«, berichtet Lompscher. Doch spätestens seit dem Tempelhof-Volksentscheid und jenem zum Thema Mediaspree sei klar, dass die Berliner sich lautstark Luft machten, wenn sie mit Senatsplänen nicht einverstanden seien. »Wenn über Möglichkeitsräume gesprochen wird, sind das die Orte, wo Politik sich nicht so einmischt. Und das ist auch manchmal gut so«, so die Senatorin.

»Wir stehen unter einem unglaublichen internationalen Druck von Globalisierung und Spekulation«, sagt Grünen-Fraktionschefin Antje Kapek. Das Festival zeige, wie »an den Bruchstellen und Kanten der Stadt Freiräume entstehen können«, so Kapek. »Als Kind der Hausbesetzerszene habe ich erlebt, wie an diesen Stellen innovative Projekte entstanden sind, die zum Teil bis heute bestehen«, erklärt die Fraktionsvorsitzende.

»Der Pionier bleibt hier«, fordert Architektin und MakeCity-Kuratoriumsmitglied Britta Jürgens. »Die, die alles aufgebaut haben, sollen nicht verdrängt, aber neue Bewohner sollen mit offenen Armen empfangen werden«, erläutert sie.

»An vielen Stellen bleibt man ohnmächtig«, sagt Kapek angesichts der aktuellen Bodenspekulation. »Dass wir in Berlin dem relativ wenig entgegensetzen können, liegt auch an der Politik im Bund«, erklärt Stadtentwicklungssenatorin Lompscher. Auch diese Themen sollen viel Raum bei dem Festival bekommen.

Programminformationen unter makecity.berlin

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