Werbung

Wegbereiter

Personalie

  • Von Sebastian Bähr
  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Der Rechtsruck zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass Positionen öffentlicher Persönlichkeiten im schnellen Tempo kippen. Noch im März hatte der Dresdner Politikprofessor und als »Pegida-Versteher« bekannte Werner Patzelt erklärt, die AfD sei dem »Größenwahn verfallen«, wenn sie glaube, in Sachsen bald mitregieren zu können. Die dafür notwendige »Staatstreue« sei nicht gegeben. »Ihre neue Führung besteht aus Leuten, die zu einem vernünftigen politischen Diskurs unfähig zu sein scheinen«, sagte er gegenüber Medien.

Drei Monate später hat sich die Führung der AfD nicht groß verändert, dafür sinken die Umfrage-Werte der CDU in Sachsen. Für Patzelt eine völlig neue Lage. Als einer der ersten anerkannten Professoren wirbt er nun dafür, dass die CDU eine Koalition mit der AfD für die Zeit nach der Landtagswahl 2019 prüfe, »um sich nicht von den Parteien links von der CDU erpressbar zu machen«. Die AfD müsse sich jedoch noch von einer »systemablehnenden Protestpartei zu einer mitregierungswilligen Gestaltungspartei« entwickeln. Soll also nur noch auf jeden zweiten Flüchtling an der Grenze geschossen werden? Die »erinnerungspolitische Wende« nur um 90 Grad erfolgen? Leider führt Patzelt dies nicht genauer aus.

Es ist nicht das erste Mal, dass der 65-jährige, in Passau geborene Politikwissenschaftler der TU Dresden mit einem großen Verständnis für rechte Kräfte auffällt. Bekannt wurde das CDU-Mitglied Patzelt vor allem durch Studien zu Pegida-Demonstranten, denen er attestierte, zum Großteil »besorgte Gutwillige« zu sein. Für seine Sicht konnte Patzelt - Vertreter der Extremismustheorie, in seiner Freizeit Chorleiter und Solist - in zahlreichen Medien werben. Studenten und wissenschaftliche Mitarbeiter warfen ihm vor, als politischer Akteur statt als Wissenschaftler zu agieren. Patzelt sprach unter anderem auf Veranstaltungen der AfD, bei Burschenschaften und schrieb Texte für die Zeitung »Junge Freiheit«. Zugehört hatten ihm dabei früher auch andere. Nach eigener Aussage war Patzelt in den 1990er Jahren des öfteren bei der PDS zu Gast.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen