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Konkurrenzdruck nach unten

Seit 25 Jahren gibt es die Tafeln - sie müssen immer mehr arme Menschen versorgen

Berlin. Konkurrenz belebt das Geschäft. Dieses Sprichwort mag für den kapitalismusgeregelten Markt gelten. Für diejenigen, die im allumfassenden Spiel von Angebot und Nachfrage zu den Verlierern gehören, bedeutet Konkurrenz nur noch mehr Stress, Anstrengung und Demütigung im alltäglichen Ringen darum, gerade noch so den Kopf über die Wasserlinie zu bekommen. Seit 25 Jahren helfen den um ihre Existenzsicherung Strampelnden die Tafeln. Mehr als 940 davon gibt es mittlerweile in der Bundesrepublik, einem der reichsten Staaten der Welt, in dem die Schere zwischen Arm und Reich kontinuierlich weiter aufgeht. Und das gar kein bis wenig Interesse daran zeigt, statt der armen Menschen die Armut der Menschen zu bekämpfen. So ist auch nicht davon auszugehen, dass in absehbarer Zukunft der Andrang an den Ausgabestellen abnimmt, wo hauptsächlich Ehrenamtliche versuchen, die riesige Lücke auszufüllen, die in diesem sogenannten Sozialstaat klafft.

Doch nicht nur die Betroffenen bei den Tafeln sehen sich einem immer höheren Konkurrenzdruck ausgesetzt, der wie die Auseinandersetzungen um einen zwischenzeitlichen Aufnahmestopp bei der Essener Tafel den Verteilungskampf nach ganz unten dirigiert - und den eigentlich anstehenden Klassenkampf durch ethnisierte Konflikte aus dem Blickfeld nimmt.

Auch unter Obdachlosen gibt es seit geraumer Zeit Konkurrenz um Schlafmöglichkeiten, die besten Plätze zum Schnorren, Reviere fürs Flaschensammeln. Dort herauszukommen, den Weg von der Straße weg zu schaffen ist noch schwerer als der Weg raus aus Hartz IV. Für die osteuropäischen Obdachlosen ohne Sprachkenntnisse geradezu unmöglich. Sie will man einfach nur loswerden. mdr Seiten 2 und 3

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