Legitimationskrise der WTO

Die Welthandelsorganisation könnte im neuen globalen Handelskonflikt unter die Räder kommen

  • Von Marc Engelhardt, Genf
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Die Fronten verhärten sich seit langem, jetzt wird scharf geschossen: »Die Vereinigten Staaten initiieren einen Handelskrieg und verletzen die Gesetze des Marktes«, kritisierte am Dienstag ein Sprecher des Handelsministeriums in Peking. Es geht um hunderte Milliarden: Wenn US-Präsident Donald Trump all seine Drohungen wahr macht, wäre bald die Hälfte aller Warenimporte aus China mit Strafzöllen belegt. Peking lässt keinen Zweifel daran, Zölle in ähnlicher Höhe zu erheben. Ein Handelskrieg dieses Ausmaßes hätte Folgen auch für andere: »Zwei Drittel aller Waren, die heute gehandelt werden, sind Teil einer globalen Warenkette«, warnt Roberto Azevêdo. Schocks im Handelssystem hätten deshalb globale Auswirkungen. Doch keine Institution dürfte die Folgen so sehr spüren wie die, der Azevêdo vorsitzt: der Welthandelsorganisation, kurz WTO. »Der 8. März 2018, als Trump die Stahl- und Aluminiumzölle verkündete, war der Todestag der WTO«, urteilt...


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