Werbung

Nachrufe

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Sergio Gonella

23. 5. 1933 - 19. 6. 2018

Von Schiedsrichtern bleibt zweierlei in Erinnerung: wichtige Spiele und angebliche Fehlentscheidungen. Sergio Gonella scheint beides vereint zu haben. Kaum ein Fußballfan außerhalb Tschechiens und der Slowakei dürfte wissen, dass dieser Norditaliener gepfiffen hatte, als die ČSSR 1972 den EM-Titel der U23-Junioren holte. Das Finale der Europameisterschaft der Großen dagegen ist vielen noch in lebhafter Erinnerung - ja, das war jenes Spiel, in dem Uli Hoeneß seinen Elfmeter drübersemmelte, Panenka den seinen aber drüberlupfte. Das bleibt eher im kollektiven Gedächtnis als Gonellas 175 Erstligaspiele in Italien oder sein Einzug in die dortige Fußball-Ruhmeshalle 2013.

Dafür sind viele Niederländer noch immer sauer, weil er im WM-Finale 1978 - eingeschüchtert von Argentiniens Fans - die Gastgeber in der Verlängerung bevorteilt haben soll. Schon vier Jahre zuvor habe er dem FC Bologna mit zwei Elfmeterentscheidungen den italienischen Pokal zugeschanzt, weshalb er danach in Palermo nicht mehr gern gesehen war. 1978 pfiff Gonella zum letzten Mal, doch noch bis zu seinem Tod musste er sich immer wieder rechtfertigen. oh

Gennadi Roschdestwenski

4. 5. 1931 - 16. 6. 2018

Gennadi Roschdestwenski war einer der bedeutendsten Dirigenten seiner Zeit. Der Moskauer wuchs in einem Musikerhaushalt auf, der Vater Dirigent, die Mutter Sängerin. Nach seiner pianistischen Ausbildung am Konservatorium in Moskau lernte er das Dirigieren, indem er seinem Vater bei der Arbeit beobachtete. Er debütierte 1951 mit Tschaikowskis »Nussknacker«. Später übernahm er das Rundfunk-Sinfonieorchester der UdSSR, dass er bis 1974 leitete. Kennzeichnend war sein Dirigierstil von klarer und knapper Präzision.

Ein Dissident war Roschdestwenski nie, doch bereits in der Sowjetunion brachte er Komponisten auf die Bühne, die der Regierung wenig genehm waren. Auch später eckte er mit seinen Ideen an: Am renommierten Bolschoi-Theater blieb er im Jahr 2000 lediglich für eine Spielzeit. Die Vorstellungen der russischen Kulturpolitik wollten nicht mit den Wünschen des brillanten Technikers zusammenkommen. So wurde er viel umjubelter Gastdirigent in Europa und Fernost und hatte unter anderem Chefpositionen bei Orchestern wie der Stockholmer Philharmonie und bei den Wiener Symphonikern. Nun ist er mit 87 Jahren in Moskau nach langer Krankheit gestorben. chw

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen